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Die Center Parcs-Anlage im fränkischen Seenland soll nicht gebaut werden. In einem Bürgerentscheid stimmte eine knappe Mehrheit der Gemeide Pfofeld gegen das geplante Feriendorf am Brombachsee.

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Nach Pfofelder Abfuhr: Gibt Center Parcs wirklich auf?

Unterschiedliche Aussagen der Center-Parcs-Verantwortlichen sorgen für Wirbel. Die Feriendorf-Gegner in Pfofeld hatten sich über die Abstimmung gegen die Pläne des Unternehmens gefreut. Nun aber ist unklar, ob die Holländer wirklich aufgeben wollen.

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Von
  • Annika Svitil
  • Florian Deglmann

Nachdem sich am Sonntag knapp über die Hälfte der Pfofelderinnnen und Pfofelder beim Bürgerentscheid gegen die Ansiedlung eines Feriendorfs ausgesprochen hat, gibt es Verwirrung wegen unterschiedlicher Äußerungen von Center Parcs.

Dem Bayerischen Rundfunk sagte Jan Jannsen, Projektverantwortlicher des geplanten Parks im Fränkischen Seenland, dass man sich jetzt erstmal über die Zukunft beraten müsse. Jannsen wörtlich: "Wenn man eine Schlacht verloren hat, heißt das nicht, dass man den Krieg verloren hat." Das klingt nicht danach, als habe Center Parcs mit seinen Planungen im Fränkischen Seenland vollkommen abgeschlossen.

Die rechtliche Grundlage, mit der Center Parcs einen Neuversuch wagen könnte, sei, dass man an die Entscheidung aus einem solchen Ratsbegehren wie am Sonntag nur ein Jahr gebunden ist. Das erklärte Reinhold Huber, 1. Bürgermeister von Pfofeld.

Initiative "Seenland in Bürgerhand" irritiert von Center-Parcs-Aussage

Die vage Aussage von Center Parcs, dass man weiterplane, verwirrt die Bürgerinitiative "Seenland in Bürgerhand", die sich klar gegen das Projekt stark gemacht hatte.

Am Sonntag, dem Tag der Entscheidung, habe man sich riesig gefreut, sagte Johannes Riedl, Vorsitzender der Bürgerinitiative, dem BR. Nun sei man sehr irritiert – immerhin hatten die Center Parcs-Betreiber im Vorfeld und auch noch am Wahlabend versichert, dass man von dem Feriendorf am Brombachsee absehe, sollte sich die Gemeinde Pfofeld mehrheitlich dagegen aussprechen. Dieser Meinungswechsel werfe ein komisches Bild auf die Betreiber. Es sei wünschenswert, wenn ein so großer Konzern die Versprechen, die im Vorfeld gegeben wurden, auch einhalten würde.

Riedl versicherte, dass man nicht nachgeben werde. Die Bürgerinitiative hatte sich ursprünglich auf einen längeren Kampf eingestellt, daher werde man es auch ein zweites Mal schaffen, das Muna-Areal zu verteidigen.

Pfofelds Bürgermeister weiß nichts von einem zweiten Anlauf

Pfofelds Bürgermeister Reinhold Huber erklärte wiederum, dass er nichts von etwaigen Neuversuchen des Feriendorfbetreibers wisse. Er kenne lediglich die rechtlichen Grundlagen. Gleichzeitig habe er am Nachmittag eine Mitteilung von Center Parcs erhalten, in der die Betreiber das Wahlergebnis sehr bedauern – immerhin habe man viel Zeit und Geld in die Planungen wie auch in die Informationsveranstaltungen gesteckt.

Dennoch sei das Projekt in der ersten Etappe abgelehnt worden: "Somit sieht Center Parcs nicht genügend lokale Unterstützung, um sich weiter für die Realisierung eines nachhaltigen Ganzjahrestourismus am Brombachsee zu engagieren und das Projekt fortzusetzen", heißt es in der Mitteilung. Die demokratische Entscheidung akzeptiere man daher.

Huber sagte in Bezug auf die Gerüchte, dass Center Parcs einen Neuversuch planen könnte, dass er kein Benzin ins Feuer schütten würde. Er würde die Pläne vor allem zum jetzigen Zeitpunkt ruhen lassen. Anderes sei ihm durch die Mitteilung von Center Parcs auch nicht bekannt.

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Die Einwohner der mittelfränkischen Gemeinde Pfofeld im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen haben sich entschieden: Sie wollen keinen Freizeitpark am Brombachsee.

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