| BR24

 
 

Bild

Schauspielerin Antje Mönning
© pa/Dpa

Autoren

Rupert Waldmüller
Christine Kellermann
© pa/Dpa

Schauspielerin Antje Mönning

Nach ihrem Parkplatz-Strip hat das Amtsgericht Kaufbeuren die frühere TV-Nonne Antje Mönning zu 300 Euro Geldbuße verurteilt - wegen "Belästigung der Allgemeinheit". Damit erzielte die Schauspielerin und bekennende Exhibitionistin zumindest einen Teilerfolg. Im Oktober hatte das Gericht noch einen Strafbefehl wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses erlassen.

Antje Mönning, die vor allem durch ihre Rolle als Nonne Jenny in der ARD-Serie "Um Himmels Willen" bekannt wurde, hatte sich im Juni vor mehreren Männern auf einem Parkplatz in Jengen leicht bekleidet und in lasziven Posen gezeigt. Nicht wissend, dass es sich bei zwei von ihnen um Zivilpolizisten handelte, die das Tänzchen filmten und anschließend Anzeige erstatteten. Gegen einen Strafbefehl in Höhe von 1.200 Euro hatte Mönning Einspruch eingelegt, da sie und ihre Anwälte der Ansicht waren, dass keine Straftat vorlag.

LKW-Fahrer fühlte sich nicht gestört

In der Anhörung sagten die Polizisten aus, dass sie sich durch den Strip der Schauspielerin belästigt, angeekelt und in ihrer Arbeit gestört gefühlt hätten. Der ebenfalls anwesende LKW-Fahrer, den die beiden Zivilpolizisten damals kontrolliert hatten, fand den Vorfall dagegen weniger schlimm. "Ich war baff, dass mir das passiert, dass ich das miterleben darf. Ich habe die Polizisten gefragt, ob das zur Kontrolle dazugehört", sagte er schmunzelnd vor Gericht.

Voller Gerichtssaal in Kaufbeuren

Der Gerichtssaal in Kaufbeuren mit 37 Plätzen war zur Verhandlung voll besetzt, allerdings mehr mit Medienvertretern als mit Zuschauern. Der Vorfall sorgte bereits für Schlagzeilen, weil die Schauspielerin nach Erhalt des Strafbefehls selbst mit dem Video ihres Strips an die Öffentlichkeit gegangen war. Antje Mönning sagte, bei dem Strip habe es sich um eine spontane Performance aus einer künstlerischen Laune heraus gehandelt. Ihr Verteidiger verwies in seinem Plädoyer deshalb auf die Kunst- und Meinungsfreiheit und forderte einen Freispruch für seine Mandantin. Mit der Verurteilung wegen einer Ordnungswidrigkeit will sich der Anwalt nicht zufrieden geben. Er kündigte an, aller Voraussicht nach in die nächste Instanz gehen zu wollen.

Autoren

Rupert Waldmüller
Christine Kellermann

Sendung

Regionalnachrichten aus Schwaben vom 04.12.2018 - 17:00 Uhr