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Nach OP querschnittsgelähmt: OLG spricht Frau 750.000 Euro zu | BR24

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Eine junge Frau, die nach Behandlungsfehlern infolge einer Rücken-OP querschnittsgelähmt ist, bekommt 500.000 Euro Schmerzensgeld plus Zinsen von der Klinik. Nach einem Kreislaufzusammenbruch wurde bei ihr ein Katheter falsch verlegt.

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Nach OP querschnittsgelähmt: OLG spricht Frau 750.000 Euro zu

Eine junge Frau, die nach Behandlungsfehlern infolge einer Rücken-OP querschnittsgelähmt ist, bekommt 500.000 Euro Schmerzensgeld plus Zinsen von der Klinik. Nach einem Kreislaufzusammenbruch wurde bei ihr ein Katheter falsch verlegt.

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Eine junge Frau, die 2008 wegen einer Skoliose - einer Verkrümmung der Wirbelsäule - operiert worden war und nach einem falsch verlegten Katheter querschnittsgelähmt ist, bekommt von der Klinik 500.000 Euro Schmerzensgeld. Diese Summe plus Zinsen in Höhe von 250.000 Euro sprach ihr das Oberlandesgericht (OLG) München jetzt zu.

Katheter falsch gesetzt

Die OP bei der damals 15-Jährigen verlief wie geplant, danach kam es allerdings zu Komplikationen. Nach einem Kreislaufzusammenbruch sollte ihr ein Katheter in eine Vene eingeführt werden. Er landete allerdings im Spinalkanal - was den behandelnden Ärzten zunächst nicht einmal auf Röntgenbildern auffiel.

Am nächsten Morgen konnte die Patientin ihre Beine nicht mehr bewegen. Sie ist seither vom vierten Halswirbel an gelähmt.

"Die Klägerin hat ihr Geh- und Stehvermögen vollständig eingebüßt und auch die Beweglichkeit der Arme und Hände ist stark eingeschränkt. Weil wir mehrere Fehler in einer Kette sehen, behandeln wir sie in der Summe als grob." Urteilsbegründung des Vorsitzenden Richters

Landgericht entschied für Querschnittsgelähmte

Das Landgericht Traunstein, das in erster Instanz zuständig war, weil die Klinikgesellschaft ihren Sitz am Chiemsee hat, hatte der Klägerin 430.000 Euro und eine Schmerzensgeld-Rente von 1.500 Euro pro Quartal zugesprochen. Diese Entscheidung änderte das OLG nun ab. Einen Grund für eine Rente sah der Senat nicht. "Wir haben das eher zusammengefasst." Zusätzlich zu den 500.000 Euro hat die Klägerin nun auch Anspruch auf Zinsen in Höhe von rund 250.000 Euro.

Skoliose: Wann und wie behandeln?

Schiefe Haltung, krummer Rücken: Bei einer Skoliose ist das Rückgrat dauerhaft seitlich verbogen, noch dazu sind Wirbel verdreht. Man schätzt, dass gut zwei Prozent der Bevölkerung an einer Wirbelsäulenverkrümmung mit Krankheitswert leiden. Leichtere Fälle lassen sich mit konsequenter Physiotherapie und einem speziellen Korsett oft ausgezeichnet behandeln, während schwere Formen meist operiert werden müssen.