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Rathausbrand Straubing (Archivbild)
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Rathausbrand Straubing (Archivbild)

Verheerende Brände in historischen Gebäuden hat es auch in Bayern immer wieder gegeben. Im Juni 2014 erwischte es die gotische Kirche St. Martha in Nürnberg. Im November 2016 zerstörten die Flammen das historische Rathaus in Straubing. 2017 wird das Rathaus in Dillingen ein Raub der Flammen, ein Jahr darauf das Kloster im oberbayerischen Rottenbuch.

Wie sicher sind historische Gebäude in Bayern? Das fragen sich seit dem Notre-Dame-Inferno nicht nur Bürger, sondern auch Experten.

Viele Sicherheitsvorkehrungen in historischen Bauten

Bayerns Generalkonservator Mathias Pfeil sagt, die historischen Gebäude im Freistaat seien grundsätzlich sicher. Deshalb seien solche Brände auch extrem selten. In vielen Gebäuden gibt es umfassende Sicherheitsvorkehrungen: Brandwände, wie in vielen Bauten in der Bamberger Altstadt, oder die neuen Brandmeldeanlagen im Regensburger Dom. Diese wurde erst vergangenes Jahr installiert. Alle Türme und der komplette Dachstuhl sind jetzt mit Brandmeldern ausgestattet, die direkt mit der Regensburger Feuerwehr verbunden sind.

Zu kurze Leitern in Passau?

Moderne Brandmelder gibt es auch im Passauer Dom. Wenn Bauarbeiten laufen, gibt es neuerdings sogar mobile Brandmelder, die extra angebracht werden, damit die Baustelle auch nach Feierabend besser überwacht wird.

Ein anderes Problem bereitet dem Passauer Diözesanbaumeister Joachim Jarzombek allerdings Sorgen: Die Leitern der Feuerwehr seien nicht lang genug.

"Ich sehe es als großes Problem, einen Brand ab einer Höhe von 25 Metern von außen sinnvoll zu bekämpfen." Joachim Jarzombek, Diözesanbaumeister

Das Gesamtkonzept sei in der 70er-Jahren geschrieben worden und "gehört einfach nochmal auf den Prüfstand gestellt".

Wie Falschparker für Probleme sorgen

Was in Passau und in anderen Städten wie Regensburg außerdem zum Problem werden kann: Die engen Gassen in den historischen Altstädten. Wo ohnehin kaum Platz für großes Gerät ist, verstellen oft genug auch noch Falschparker den Feuerwehren die Anfahrt.

Brände in Bayern: Das waren die Ursachen

Zur Ursache des Feuers in Notre-Dame ist noch nichts bekannt. Klar ist aber, dass an der Pariser Kathedrale derzeit Restaurierungsarbeiten durchgeführt wurden.

Ein technischer Defekt bei Bauarbeiten war auch die Brandursache beim Dillinger Rathaus, und auch in Straubing gab es damals solche Arbeiten. Im Allgemeinen ist es aber oft schwer, die Brandursache wirklich definitiv zu klären.

Brandstiftung war es vor zehn Jahren in Regensburg, als zwei Männer über Baugerüste an der Außenfassade auf die Türme des Doms kletterten und in über 50 Metern Höhe ein Feuer gelegt hatten. Zum Glück gab es damals keine großen Schäden.

St. Martha in Nürnberg: So lief der Wiederaufbau

Bayern hat auch Erfahrung im Wiederaufbau. Nach dem Brand der Nürnberger Kirche St. Martha – eine gotische wie Notre-Dame – gab es enorme Schäden. Jetzt ist die Kirche seit ein paar Monaten wiedereröffnet. Es musste eine neue Decke eingezogen werden, beim Brandschutz wurde deutlich nachgebessert. Auf den Wiederaufbau der kleinen seitlichen Emporen wurde verzichtet.

Insgesamt zwölf Millionen Euro haben die Maßnahmen gekostet. Und dabei hatten die Nürnberger noch Glück: Die historischen Kirchenfenster waren wegen Renovierungsarbeiten gerade ausgebaut und wurden gar nicht beschädigt.

Im November 2016 zerstörte ein Feuer das historische Rathaus in Straubing.

Im November 2016 zerstörte ein Feuer das historische Rathaus in Straubing.