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Nach Notre-Dame-Brand: Genug Brandschutz in Bamberg

Die Bilder der brennenden Kathedrale Notre-Dame in Paris entsetzen die Welt. Angesichts des Feuers in Paris ist auch der Bamberger Stadtbrandrat Matthias Moyano schockiert. Als Verantwortlicher der Feuerwehr mache er sich Gedanken zu den Objekten in Bamberg, sagte er im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk.

Brandschutz in Bamberg reicht aus

Ihm gehe es darum, ob die Absprachen im Vorfeld von Baumaßnahmen an historischen Gebäuden, die in aller Regel mit der Feuerwehr durchgeführt werden, "substanzhaltig" und ausreichend waren und bei einem Brand effizient gewesen wären. Aktuell mache er sich keine Sorgen, so Moyano.

"Bei der Sanierung der Klosterkirche am Michaelsberg haben wir im Vorfeld Abstimmungen getroffen, zusammen mit dem Bauherrn. Es gibt strikte Regelungen, was die Baumaßnahmen und den vorbeugenden Brandschutz angeht." Matthias Moyano, Stadtbrandrat in Bamberg

Alarmierungspläne für Feuerwehr

So wurden beispielsweise separate Alarmierungsplanungen für die Kirche aufgestellt. Ähnliche Pläne gebe es für den Dom, den Dominikaner-Bau und eigentlich für alle großen historischen Gebäude in Bamberg. An diesen Plänen kann sich die Feuerwehr orientieren, damit sie taktisch gestützt in einen Einsatz gehen kann.

Dachstühle sind bei Bränden problematisch

Laut Moyano haben diese historischen Gebäude im Allgemeinen eine sehr gute Bausubstanz. "Problematisch ist immer der Dachstuhl, egal ob vom Hauptschiff oder den Seitenschiffen", erläuterte Moyano. Das habe sich auch an Notre-Dame gezeigt. Einige der historischen Gebäude hätten keine Brandwände – vor allem Kirchen, so Moyano.

In der Neuen Residenz, der Alten Hofhaltung, dem Dominikanerbau sind dagegen Brandwände nachgerüstet worden. Diese sollen einen möglichen Brand auf einen bestimmten Abschnitt begrenzen. "Ohne diese Brandwände wird die Feuerwehr immer schwer zu kämpfen haben, ein Feuer auf einen Teil eines Dachstuhls zu begrenzen."

Frühe Alarmierung der Feuerwehr ist nötig

Notwendig ist dann eine frühzeitige Alarmierung. "Eine automatische Brandmeldetechnik ist der beste Garant dafür, sollte es zu einem Brand kommen. Die Feuerwehr ist dann schnell vor Ort und kann den Brand noch in der Entstehungsphase unter Kontrolle bringen", so der Stadtbrandrat.

Historische Gebäude sind oft schwer zugänglich

Entscheidend bei der Brandbekämpfung in alten Städten sei natürlich die Zugänglichkeit zu den Gebäuden in häufig engen Gassen. Während die Kathedrale Notre-Dame von vier Seiten zugänglich ist, seien zahlreiche Bauwerke in Bamberg nur von einer Seite zu erreichen. Hinzu kommt die Höhe der Kirchen und Gebäude. Eine offensive Brandbekämpfung von außen ist bei vielen Kirchen nur über Drehleitern möglich. Diese bräuchten allerdings Platz, um aufgestellt zu werden.

Passanten sollten Weg für Feuerwehr freihalten

Im Ernstfall sollten Passanten den Weg zum Brandort freihalten und sich so weit entfernt aufhalten, dass sie sich und die Einsatzkräfte nicht in Gefahr bringen. Die Wasserzufuhr über Hydranten und öffentliche Gewässer sollte freigehalten werden. Man sollte also darauf achten, seinen Wagen nicht in Feuerwehrzufahrten, in enge Kurven oder vor Hydranten zu parken. Durch Ladetätigkeiten, Parken und Baustellen sie es im Altstadtbereich immer schwierig für die Feuerwehr, an die Einsatzstelle heranzukommen, so Moyano.

Feuerwehrmann Matthias Moyano in der Bamberger St. Michael Kirche

Feuerwehrmann Matthias Moyano in der Bamberger St. Michael Kirche