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Mutmaßlicher Messerstecher von Donauwörth war Behörden bekannt | BR24

© BR/Tobias Chmura

Der Mann aus Guinea, der in Donauwörth einen Inder getötet und dessen Frau schwer verletzt haben soll, war den Behörden schon öfter aufgefallen. Er soll im Ausländeramt einen Tumult ausgelöst haben und etwa unter Drogeneinfluss Auto gefahren sein.

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Mutmaßlicher Messerstecher von Donauwörth war Behörden bekannt

Der Mann aus Guinea, der in Donauwörth einen Inder getötet und dessen Frau schwer verletzt haben soll, war den Behörden schon öfter aufgefallen. Er soll im Ausländeramt einen Tumult ausgelöst haben und etwa unter Drogeneinfluss Auto gefahren sein.

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Das Landratsamt Donau-Ries hat auf einer Pressekonferenz weitere Details zum Tatverdächtigen der Messerattacke von Freitag bekannt gegeben. Laut Landratsamt hat der 33-jährige Tatverdächtige aus Guinea letztes Jahr seinen Führerschein verloren, nachdem er bei einer Fahrt unter Cannabis-Einfluss erwischt worden war. In der Folge verlor er seinen Arbeitsplatz in einer Molkerei, weil er den ohne Führerschein nicht mehr erreichen konnte.

Mutmaßlicher Täter hat keinen Unterhalt für seine Kinder gezahlt

Als dann bekannt wurde, dass der Tatverdächtige für seine drei Kinder keinen Unterhalt mehr zahlt und auch keinen Kontakt zu ihnen hat, war der Grund für seine bisherige Duldung in Deutschland nicht mehr gegeben. Sein Aufenthaltstitel wurde nicht verlängert, er hätte bis zum 20. März ausreisen müssen. Zuvor hatte er seit 2001 in Deutschland gelebt.

Tatverdächtiger aus Guinea sollte ausgewiesen werden

Die Staatsanwaltschaft Augsburg hatte am Morgen dem BR mitgeteilt, dass sie bisher nicht davon ausgeht, dass es zwischen dem Ende der Duldung und der Tat einen Zusammenhang gibt. Das Landratsamt als zuständige Behörde bezog heute trotzdem Stellung. Nach Ansicht von Landrat Stefan Rößle (CSU) habe seine Ausländerbehörde alles unternommen, um die Rückführung des Mannes aus Guinea einzuleiten. Weil Heimreisepapiere fehlten, sei es bis zu der Tat aber nicht möglich gewesen den nun Verdächtigen auszuweisen.

Verdächtiger provozierte Tumult im Ausländeramt

Der Tatverdächtige fiel dem Ausländeramt am 21. Februar erstmals negativ auf, als er unangekündigt in der Behörde erschien und Geld forderte. Es kam zu einem Tumult, die Situation drohte zu eskalieren, hieß es auf der Pressekonferenz. Erst die Polizei konnte den Mann stoppen. Es gab eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch. Offenbar befand sich der mutmaßliche Täter nach dem Auslaufen seiner Duldung in einer schwierigen Situation. Ob und wie das im Zusammenhang mit der Messerattacke stehen könnte, dazu gibt es bislang aber keine Hinweise.

Messerangriff auf indisches Ehepaar

Ein 33 Jahre alter Mann aus Guinea war am Freitag offenbar auf seine Nachbarn, ein Ehepaar indischer Abstammung, mit einem Messer losgegangen. Der 49 Jahre alte Ehemann und Vater zweier Kinder verstarb an den Verletzungen, die Mutter liegt laut Polizei noch im Krankenhaus. Der sieben Jahre alte Sohn musste die Tat offenbar mit ansehen. Er und seine Schwester, die zur Tatzeit in der Schule war, befinden sich laut Aussagen eines Sprechers des Polizeipräsidium Schwaben Nord in Obhut einer Pflegefamilie.