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Bildrechte: picture alliance/dpa/Nicolas Armer

Die Brauerei Franken Bräu aus Mitwitz im Landkreis Kronach hat Insolvenz beantragt.

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Nach Laugenproblem und Imageverlust: Franken Bräu ist insolvent

Vor zwei Jahren war in Flaschen der Brauerei Franken Bräu Waschmaschinenlauge gefunden worden. Die Firma witterte Manipulation und musste gut zwei Millionen Flaschen zurückrufen. Der Fall konnte nie geklärt werden. Jetzt ist die Brauerei insolvent.

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Von
  • Richard Padberg
  • BR24 Redaktion

Die Brauerei Franken Bräu aus Mitwitz im Landkreis Kronach hat Insolvenz beantragt. Das bestätigte Geschäftsführer Rainer Mohr dem Bayerischen Rundfunk. Als Gründe nannte Mohr unter anderem den Imageverlust und die Kosten, die durch Rückrufaktionen im Sommer 2019 entstanden seien.

2019: Lauge in Flaschen der Brauerei aus Mitwitz

Vor zwei Jahren war in zwei Flaschen der Brauerei Lauge nachgewiesen worden. In einem Gutachten hieß es, die Flüssigkeit in der in Hof abgegebenen Flasche habe zu etwa 86 Prozent aus Waschmaschinenlauge und nur zu etwa 14 Prozent aus Bier bestanden. Die Staatsanwaltschaft Coburg nahm Ermittlungen auf, gleichzeitig erstattete Geschäftsführer Mohr Anzeige wegen des Verdachts der Manipulation.

Geschäftsführer vermutet Manipulation

Grund für die Vermutung: Wenige Monate zuvor sei in die Brauerei eingebrochen worden. Unbekannte hätten Verschraubungen der Enthärtungsanlage aufgedreht, so dass Wasser auslief. Auch auf dem Kronacher Freischießen, dem mit rund 300.000 Besuchern größten Volksfest im Frankenwald, habe es bewusste Manipulation an seinen Ständen gegeben, sagte Geschäftsführer Mohr dem BR. Unter anderem seien die Kohlensäurezufuhr für die Zapfhähne abgedreht und Stecker für die Kühlung gezogen worden.

Ermittler können nicht klären, wie Lauge in die Flaschen kam

Die Ermittlungen ergaben, dass die gefundene Lauge nicht der Brauerei zugeordnet werden konnte. Wie die Laugenrückstände in die Flaschen gelangten, konnte allerdings nicht geklärt werden. Die Ermittler hätten keine Anhaltspunkte für eine Manipulation gefunden, hieß es von der Staatanwaltschaft. Ohne Ergebnis wurden die Ermittlungen schließlich eingestellt.

Franken Bräu: Imageschaden führt zur Insolvenz

Im Zuge der Verunreinigung soll die Brauerei insgesamt 2,3 Millionen Flaschen zurückgerufen haben, sagt Mohr. Vergangenes Jahr war von 60.000 Flaschen die Rede.

Zwar habe sich das Unternehmen danach leicht erholt, man habe sogar in neue Kästen und Flaschen investiert. Ein Imageverlust sei allerdings geblieben. Zusammen mit fehlender finanzieller Unterstützung durch die Politik in der Corona-Krise hätte das schließlich zur Insolvenz geführt, so Mohr weiter. Momentan laufe der Betrieb weiter, man suche Lösungen für die Kunden. Geschäftsführer Mohr hatte Franken Bräu 2015 übernommen.

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