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Seine Mutter ist bei ihm: Der kleine Daniel in Krankenhaus

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    Nach langem Warten: Herzkranker Junge bekommt Spenderorgan

    Endlich hat der dreijährige, herzkranke Daniel aus Schwabmünchen ein Spenderorgan bekommen. Seine Familie hatte 945 Tage darauf gewartet. Seit der geglückten Herztransplantation erreichen den Jungen Glückwünsche aus ganz Deutschland.

    Von
    Barbara LeinfelderBarbara LeinfelderMatthias LauerMatthias LauerBR24  RedaktionBR24 Redaktion
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    Ein Herz für den kleinen Daniel aus Schwabmünchen: Im Netz überschlagen sich die Grußbotschaften für den herzkranken, drei Jahre alten Buben, der ein neues Herz bekommen hat. Seit seiner Geburt litt er an einer unheilbaren Herzmuskelschwäche und wurde im Klinikum Großhadern behandelt. Ein Kunstherz hatte zuletzt sein Leben gerettet, seit 28 Monaten hing der Junge an der Maschine.

    Mama Diana Dietrich postet unter "HerzbubeDaniel" seit Langem auf Facebook und Instagram und informiert über den Zustand des Jungen, der 945 Tage auf ein Spenderherz warten musste.

    Große Anteilnahme im Netz

    "Ich freue mich so unfassbar für Daniel", schreibt eine Mutter, "und ich leide mit der Familie des Spenders, denn sie haben ein Kind verloren". Eine andere Frau postet: "Gänsehaut und Tränen in den Augen, Glück und Leid liegen so nah beieinander".

    Daniels Mutter selbst postet das Bild einer Kerze und schreibt: "Nicht nur heute, sondern bis zu meinem letzten Atemzug werde ich der Spenderfamilie dankbar sein. Dankbar, dass sie in ihrer dunkelsten Stunde unserem Daniel eine zweite Chance geschenkt haben." Seit der Transplantation wird der Bub auf der Intensivstation behandelt.

    Spenderorgane sind knapp - viele Tote

    Schätzungsweise rund 2.000 Menschen sterben in diesem Jahr in Deutschland, weil sie zu lange auf ein lebensrettendes Spenderorgan warten mussten. Ein Grund: Spender müssen hierzulande ausdrücklich der Organentnahme zustimmen, mit einem Organspendeausweis oder einer klaren Willensbekundung, die Angehörigen hilft, die Spende freizugeben.

    Aber auch die aufwendigen und teuren Abläufe in den Kliniken werden dafür mitverantwortlich gemacht, dass es an Organspenden in Deutschland mangelt. So muss bei Spendenwilligen unabhängig voneinander von zwei Ärzten in zeitlichem Abstand der Eintritt des unumkehrbaren Hirntods attestiert werden. Der Körper des Spenders muss dann intensivmedizinisch weiter beatmet werden, bis die Angehörigen eine Entscheidung getroffen haben. Dann muss die Klinik noch einen geeigneten OP-Termin finden, um die Organspende zu entnehmen.

    Aktiver Widerspruch gegen Organspende in Österreich

    In den meisten Nachbarländern wie Österreich und in den Niederlanden müssen Menschen, die eine Organspende nach ihrem Tod ablehnen, aktiv widersprechen. Die Spende ist dort der Normalfall. In Spanien gilt die Regelung, dass auch schon Herztoten ein Organ entnommen werden darf. Zudem sind dort Expertenteams in jeder größeren Intensivstation für Organspenden zuständig.

    Regierung will aufklären und überzeugen

    Bei ihren Organspende-Reformen 2019 und 2020 hat sich die deutsche Bundesregierung letztlich dagegen entschieden, die Regelungen aus EU-Nachbarstaaten zu übernehmen, die eine Widerspruchslösung gesetzlich verankert haben. Sie setzt stattdessen auf mehr Aufklärung und plant ein Widerspruchsregister, das in Zukunft angelegt werden soll. Transplantations-Beauftragte kümmern sich seit 2019 um Beratung und Betreuung.

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