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Nach KiTa-Schließung: Selbsthilfe-Eltern-App | BR24

© BR/RIka Dechant

KiTa "Blickwinkel" in Schwaig bei Nürnberg: Um die Betreuung der Kinder zu organisieren, haben Eltern eine Selbsthilfe-App entwickelt.

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Nach KiTa-Schließung: Selbsthilfe-Eltern-App

Wegen der Corona-Krise werden in Bayern ab Montag die Schulen und KiTas geschlossen bleiben. Damit will die Staatsregierung die Infektionsgefahr weiter eindämmen. Die Eltern brauchen Betreuungs-Alternativen – und das ist für viele gar nicht einfach.

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Um das Corona-Virus einzudämmen, hat die bayerische Staatsregierung die Schließung der Schulen, KiTas und Kindergärten ab Montag bis Ende der Osterferien beschlossen. Betroffene Eltern müssen nun nach Betreuungsmöglichkeiten suchen. Die Eltern der KiTa "Blickwinkel" in Schwaig bei Nürnberg sind ein Beispiel: Über 100 Kinder werden dort tagtäglich betreut. Doch ab heute ist damit zumindest bis zum Ende der Osterferien erstmal Schluss.

Verständnis, aber Betreuung schwierig

Verena Böhm ist eine der betroffenen Mütter. Einfach wird es nicht, meint sie – dennoch zeigt sie Verständnis für die Maßnahme: "Ich finde es zunächst erstmal gut, dass eine Vorsichtsmaßnahme getroffen wird. Anscheinend – wenn man es mit Italien vergleicht – sollte man schon handeln. Das steht im Mittelpunkt. Alles andere muss sich organisieren lassen. Das ist natürlich schwierig, wenn man berufstätig ist, das ist klar, ja."

Elternzeit als Glücksfall

Auch Dominik Meiler sieht die Sache einigermaßen entspannt. Noch. Allerdings ahnt er, dass die Situation nach und nach komplizierter werden könnte: "Für ihn und seine Frau sei die Situation noch einfach zu lösen, weil er zur Zeit in Elternzeit sei, weil das Paar noch ein zweites Kind bekommen hat "und ich sowieso vier Wochen zu Hause bin. Für mich geht’s noch. Aber grundsätzlich, wenn ich dann wieder zurück zur Arbeit gehe, wird es schon problematisch", so Meiler. Da müssten sich die beiden eine Lösung überlegen, weil die Großeltern auch noch berufstätig sind." Das mache die Sache komplizierter.

Ältere Großeltern sollten nicht als Notbetreuung einspringen

Zumal in der derzeitigen Phase die Großeltern nicht unbedingt als Notbetreuung herhalten sollten. Schließlich gehören gerade ältere Menschen zu der Gruppe, für die das Corona-Virus unter Umständen eine echte Gefahr darstellen kann. Was also tun?

Notbetreuung-Selbsthilfe-App für Eltern

Letztlich bleibt nur die organisierte Selbsthilfe, meint Sebastian Kopp, dessen viereinhalbjährige Tochter ebenfalls in der KiTa "Blickwinkel" untergebracht ist. Allerdings organisiert er diese Selbsthilfe professionell. Seine Firma hat eine App entwickelt. "Stramplerbande" heißt Kopps GmbH und auch die entsprechende App.

"Wir haben mit unserer Stramplerbande eine App entwickelt, die KiTas und Eltern miteinander vernetzt – unter besonderer Berücksichtigung der Datenschutzanforderungen, natürlich. Sebastian Kopp, Vater und App-Entwickler

Schule oder KiTa muss Datenschutz gewährleisten

In der App haben die Macher nun kurzfristig ein Modul zur Verfügung gestellt, das die Eltern unterstützt, eine Notbetreuung untereinander zu organisieren, so Kopp. Die ganze Sache funktioniert allerdings nur, wenn auch die jeweilige KiTa oder Schule mitspielt. Denn um den Datenschutz auch wirklich zu gewährleisten, muss die KiTa den Eltern einen Zugriffscode vermitteln. Und natürlich muss es Eltern geben, die bereit sind, auch andere Kinder zu betreuen: "Weil Homeoffice bedeutet ja nicht arbeitsfrei. Aber man kann sich den Alltag vielleicht so organisieren, dass man mal nen Vormittag Zeit hat oder mal nen Nachmittag und dann eben drei, vier andere Kinder mit aufnehmen kann", erklärt Kopp.

KiTa will App so schnell wie möglich installieren

Bei der Leiterin der KiTa "Blickwinkel", Doris Röbling, rennt Sebastian Kopp mit seiner App jedenfalls offene Türen ein. Denn, dass die Betreuung der Kinder sichergestellt ist, ist ihr auch dann wichtig – wenn sie selbst aufgrund der anstehenden Schließung eigentlich nicht zuständig ist. Die KiTa arbeite "fieberhaft" daran, die App so schnell wie möglich zu installieren. "Damit sich die Eltern noch vernetzen können – das ist uns schon wichtig", so Doris Röbling, KiTa-Leiterin.

Elternstimmen aus Nürnberg zu Schul- und KiTaschließungen?

© BR

Bayern wird ab Montag alle Schulen schließen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Was sagen die Eltern dazu? Stimmen aus Nürnberg.

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