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Martin Kienast im Second-Hand-Laden der Kolpingsfamilie. Kleider oder andere Sachspenden für Hochwasseropfer will er derzeit nicht annehmen.

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    Hilfe-Hype: Zu viele Sachspenden für Berchtesgaden

    Nach der Flutwelle im Berchtesgadener Land kommt die Welle der Hilfsbereitschaft: Wie die katholische Kolpingsfamilie Berchtesgaden dem BR mitgeteilt hat, gehen seit Tagen Spendenangebote in enormem Ausmaß ein - deutlich mehr als nötig sei.

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    Von
    • Hans Häuser

    Nach der Flutwelle droht der Berchtesgadener Talkessel in einer weiteren Welle zu versinken: einer Welle der Hilfsbereitschaft. Wie ein Vorstandsmitglied der katholischen Kolpingsfamilie Berchtesgaden dem Bayerischen Rundfunk mitgeteilt hat, gehen seit Tagen Spendenangebote in enormem Ausmaß bei ihm ein. Doch soviel sei überhaupt nicht nötig.

    Lkw-Ladungen voller Angebote

    Er habe Angebote aus Nürnberg, aus einem Dorf in Franken und aus Leipzig bekommen, berichtet Martin Kienast, der für die Kolpingsfamilie einen kleinen Laden mit Second-Hand-Kleidung betreibt. Die Palette sei sehr breit gewesen, von Kleidung über Hygieneartikel und Medikamente bis hin zu Katzenfutter. Und alles in großen Mengen: Aus Nürnberg kam die Anfrage, ob man am Samstag mit dem 7,5-Tonnen-LKW vorbeikommen könne. Andere Spendenwillige wollten in Kürze ihren Van beladen und losfahren.

    Lage in Berchtesgaden nicht mit NRW vergleichbar

    Leider musste Kienast allerdings alle Angebote dankend ablehnen. Die Solidarität in Berchtesgaden sei sehr groß. Familien und Nachbarn helfen sich ihm zufolge gegenseitig. Zudem sei die Lage nicht vergleichbar mit Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz. Bei der Kolpingsfamilie seien bislang lediglich drei Bitten um Kleiderspenden eingegangen.

    Auslöser des Hilfe-Hypes: Soziale Medien

    Die Unterstützungswilligen, die er erreicht hat, konnte Kienast von Hilfslieferungen abbringen. Aber er fürchtet, dass sich andere möglicherweise unaufgefordert auf den Weg ins Berchtesgadener Land machen könnten. Ausgelöst wurde die Welle der Hilfsbereitschaft durch das Angebot der Kolpingsfamilie, Hochwasser-Geschädigten mit gebrauchter Kleidung zu helfen. Dies verbreitete sich über Chatgruppen und soziale Medien offenbar bundesweit und führte bei manchem zum Eindruck, es gebe enormen Bedarf im Talkessel.

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