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Nach Hitzesommer: Ernteeinbußen bei niederbayerischen Äpfeln | BR24

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Der Sommer hat fast überall für Hitzerekorde gesorgt. Das wirkt sich jetzt auch auf die anlaufende Apfelernte aus: Manche Äpfel haben Sonnenbrand davongetragen. Die Folge: Sie können nicht als Frischobst verkauft, aber auch nicht eingelagert werden.

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Nach Hitzesommer: Ernteeinbußen bei niederbayerischen Äpfeln

Der heiße Sommer 2019 macht sich jetzt auch bei der Apfelernte in Niederbayern bemerkbar: Viele Äpfel haben einen Sonnenbrand davongetragen und können nicht mehr gelagert werden. Die Suche nach dem Apfelbaum der Zukunft ist schwierig.

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So etwas haben Hans Göding und seine Helfer bei der Apfelernte auf dem Lehr- und Beispielsbetrieb für Obstbau des Bezirks Niederbayern in Deutenkofen (Lkr. Landshut) noch nicht erlebt: Die äußere Haut an der sonnenzugewandten Seite des Apfels ist durch Sonnenbrand abgeflacht und braun bis schwarz. Jetzt ist der Klimawandel auch auf der riesigen Obstbauplantage in Deutenkofen bei Landshut angekommen.

Äpfel haben Sonnenbrand

Der zurückliegende Sommer hat fast überall für Hitzerekorde gesorgt. Das wirkt sich jetzt auch auf die anlaufende Apfelernte aus. Hans Göding ist Herr über 18.000 Obstbäume im Lehr- und Beispielsbetrieb des Bezirks Niederbayern. Sonnenbrand beim Apfel sei ein bisschen anders als beim Menschen, erklärt er. Die menschliche Haut werde durch die UV-Strahlung geschädigt, der Apfel durch zu hohe Temperaturen, die die Eiweißmoleküle in der Frucht zersetzen.

Trockenheit und Hitze verursachen die Schäden

Diese irreparablen Schäden entstehen, wenn das Fruchtfleisch mehrere Stunden lang mehr als 46 Grad aufweist - laut Hans Göding ist das auf gerade einmal drei kritische Phasen zurückzuführen. "Ausschlaggebend war ein gewisser Freitagnachmittag mit Windstille - das heißt: keinerlei Kühlung durch die Luft. Und natürlich auch nach einigen heißen Tagen, das bedeutet, die Bäume waren am Ende ihrer Wasserreserven zur Kühlung angelangt", sagt Göding.

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Hans Göding, Leiter des Lehr- und Beispielsbetriebs für Obstbau, begutachtet betroffene Äpfel

Äpfel können nicht eingelagert werden

Es trifft ausgerechnet den beliebtesten Apfel der Deutschen: Jona Gold. Nicht nur in Deutenkofen. Auch die Äpfel bei anderen Obstbauern haben heuer teilweise Sonnenbrand. Der Sonnenbrand sieht nicht nur hässlich aus - die Schäden sind nämlich nicht nur oben an der Schale, sondern auch im Fruchtfleisch zu sehen. Die Folge: Die Äpfel können nicht als Frischobst verkauft und auch nicht eingelagert werden.

Hoffnung in resistentere Sorten

Der "Jona Gold"-Apfel ist mit der extremen Hitze in diesem Sommer nicht mehr zurechtgekommen. Hans Göding und sein Team haben noch mehr als 300 andere Apfelsorten. Und auf die setzt der Lehr- und Beispielbetrieb in der Zukunft: Hoffnung machen Göding zum Beispiel der Topaz. Und Rubinola. Die scheinen gut mit großer Hitze und wenig Niederschlag klar zu kommen.

Schwierige Zukunft

Die Entscheidung über den hitzeresistenten Apfel der Zukunft aber ist noch lange nicht gefallen: "Wir wissen nicht, mit welchen Sorten wir erfolgreich in die nächsten 30 Jahre gehen können. Wir wissen, was momentan funktioniert. Aber durch den Klimawandel gibt es Verschiebungen, die nicht immer einfach zu lösen sind."

Aber eine der vielen Apfelsorten in Deutenkofen wird dem Klimawandel schon trotzen – und dem Kunden auch schmecken. Nächsten Sonntag ist bei den Obstforschern Tag der offenen Tür. Da können auch viele Sorten probiert werden.