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Neun Monate nach dem Anschlag von Halle beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter. Seither verstärken viele Jüdische Gemeinden die Sicherheitsvorkehrungen. Das gilt auch für die Synagogen in Regensburg, Amberg und Straubing.

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Nach Halle-Anschlag: Jüdische Gemeinden verstärken Sicherheit

Neun Monate nach dem Anschlag von Halle beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter. Seither verstärken viele Jüdische Gemeinden die Sicherheitsvorkehrungen. Das gilt auch für die Synagogen in Regensburg, Amberg und Straubing.

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Die Gebäude der Jüdischen Gemeinden in Bayern werden nach dem Anschlag in Halle vor neun Monaten derzeit alle auf ihre Sicherheit untersucht. Das erklärte Ilse Danziger, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Regensburg und Vizepräsidentin des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern.

Schusssichere Fenster und Sicherheitsschleusen

Die Gebäude sollen unter anderem mit schusssicheren Fenstern ausgestattet werden. In der neu gebauten Synagoge in Regensburg gibt es am Eingang bereits eine Sicherheitsschleuse. Wo es am Eingang noch keine solche Schleuse gibt, wird eine gebaut. Die Synagoge in Straubing bekommt extra einen Vorbau, um die Sicherheitsschleuse unterbringen zu können. Diese Synagoge wurde während des Pogroms vom 9. November 1938 nicht angezündet, weil sie zu nahe an anderen Gebäuden steht.

Jüdische Gemeinde in Amberg bekommt höheren Metallzaun

In Amberg beginnen bei dem Gebäude der Jüdischen Gemeinde in der nächsten oder übernächsten Woche die Arbeiten, erklärt Rabbiner Elias Dray. Das Gebäude bekommt neue Fenster und neue Türen. Der Holzzaun vor dem Haus in der Altstadt von Amberg wird durch einen Metallzaun ersetzt, der höher ist als der jetzige.

Ohne Polizist vor der Tür sorgen sich Eltern um ihre Kinder

Bei allen Veranstaltungen der Jüdischen Gemeinden steht in Bayern derzeit ein Polizist vor der Tür, sagt Ilse Danziger. Anders würden manche Eltern ihre Kinder nicht in die Gemeinde gehen lassen. Ein Anschlag wie in Halle wäre in München allerdings auch nicht möglich, sagt Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Die Gemeinde arbeite sehr gut mit den staatlichen Sicherheitsbehörden zusammen und wisse mit der Münchner Polizei einen vertrauenswürdigen Partner an ihrer Seite.

Heute beginnt der Mordprozess zum Attentat in Halle gegen einen 28-jährigen Rechtsextremisten. Ihm wird vorgeworfen, im vergangenen Jahr versucht zu haben, am höchsten jüdischen Feiertag ein Massaker in der Synagoge von Halle anzurichten. Der Anschlag scheiterte – doch er mutmaßliche Attentäter tötete wahllos zwei Menschen.

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