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Zehn Jahre Guttenberg-Plagiat: Was die Uni Bayreuth gelernt hat | BR24

© dpa-Bildfunk/Michele Tantussi

BR-Redakteur Wolfram Weltzer spricht mit dem Bayreuther Uni-Präsident Stefan Leible über den Aberkennung von Karl-Theodor zu Guttenbergs Doktortitel.

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Zehn Jahre Guttenberg-Plagiat: Was die Uni Bayreuth gelernt hat

Zehn Jahre ist es her, dass die Universität Bayreuth den Doktortitel von Karl-Theodor zu Guttenberg aberkannt hat. Der damalige Verteidigungsminister und Hoffnungsträger der CSU wurde des Plagiats überführt. An der Hochschule hat man daraus gelernt.

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Von
  • Kristina Kreutzer

Am 23. Februar 2011 wurde der damalige Verteidigungsminister und Hoffnungsträger der CSU, Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), des Plagiats überführt. An der Bayreuther Hochschule hat man daraus gelernt und gehandelt. Das sagt der heutige Universitätspräsident Stefan Leible im BR-Gespräch.

Nach Guttenberg-Plagiat gezielte Kurse für Doktoranden

Seit der Affäre rund um zu Guttenberg wurden spezielle Mechanismen eingeführt, die eine Wiederholung solcher Plagiatsfälle bestmöglich verhindern sollen, so Stefan Leible. Dazu gehört beispielsweise der Aufbau eines Graduiertenzentrums. Hier werden junge Wissenschaftler unterstützt. Für Doktoranden und Doktorandinnen werden spezielle Kurse angeboten. Dabei geht es vor allem um korrektes wissenschaftliches Arbeiten. "Das hat das Bewusstsein für das, was erlaubt ist und was nicht, sehr stark geschärft", so der Präsident der Bayreuther Hochschule.

Heute: andere strafrechtliche Folgen

Eingeführt wurde seit Guttenberg an der Hochschule auch eine "Plagiats-Findungs-Software". Damit können Arbeiten geprüft und "zumindest einfachere Fälle" entlarvt werden. Eingeführt wurde auch eine eidesstattliche Versicherung. Jeder Verfasser einer Doktorarbeit muss diese unterzeichnen und damit bestätigen, dass die Arbeit selbstständig angefertigt wurde. Ein Plagiat würde heute – anders als noch vor zehn Jahren – ganz andere strafrechtliche Folgen mit sich ziehen, so Leible.

Uni Bayreuth weiter beliebt bei den Studierenden

Seit der Guttenberg-Plagiatsaffäre soll es an der Bayreuther Universität keine weiteren Fälle in dieser Form gegeben haben, sagt der Präsident der Hochschule. Bei anderen Arbeiten, wie etwa Bachelor- oder Masterarbeiten, kommen Plagiate zwar immer wieder vor. Die Anzahl sei aber rückläufig, da das Bewusstsein dafür deutlich geschärft sei.

Die Bilanz nach zehn Jahren fällt für die Universität Bayreuth aus Sicht ihres Präsidenten daher positiv aus. Einen Imageschaden habe die Universität nicht davongetragen. Das schnelle Verfahren zur Entlarvung des Guttenberg-Plagiats werde eher positiv bewertet. Auch die stetig steigende Zahl der Studierenden in Bayreuth spreche für sich, so Leible. Die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, an der auch Guttenberg war, liege im deutschlandweiten Ranking unter den drei Besten.

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