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Nach Fleischskandal: Wildbret-Nachfrage im Fichtelgebirge steigt | BR24

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Ein Wildgericht kann mehr sein als ein klassischer Sonntagsbraten. Fleischskandale und Corona verhelfen dem Wildbret wohl zu gesteigerter Nachfrage, denn Wild punktet mit Nachhaltigkeit und Regionalität.

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Nach Fleischskandal: Wildbret-Nachfrage im Fichtelgebirge steigt

Wild verbinden die meisten mit einem schweren Wintergericht: Braten plus Soße, Klöße und Blaukraut. Doch Wild ist vielseitiger. Und gerade in Zeiten von Fleischskandalen und Corona punktet das Wildbret. Auch in Oberfranken.

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Ekkehard Schwärzer und seine Frau Eve-Marie sind Jäger. Sie haben zwei Reviere im Fichtelgebirge und vermarkten das selbst erlegte Wild direkt an Privatkunden. Dass Wild mehr sein kann, als ein klassischer Sonntagsbraten, scheint auch Hobby-Köchen immer mehr ins Bewusstsein zu rücken. Immer öfter klingelt das Telefon bei den Schwärzers in Bischofsgrün im Landkreis Bayreuth. Gerade in Zeiten von Corona und Lebensmittelskandalen wird Wild beliebter.

"Die Nachfrage steigt stetig. Auch jetzt im Sommer vor allem für Grillware. Aber man kann sagen: Das ganze Jahr über schon ist Wild im Kommen." Eve-Marie Schwärzer, Jägerin im Fichtelgebirge

Strenge Vorschriften für Herstellung von Wildbret

Wer Wildbret verkauft, muss strenge Hygienevorschriften einhalten. Das ist gesetzlich geregelt. Auch die Schwärzers aus unterliegen der Lebensmittelkontrolle, so Ekkehard Schwärzer. Bis zu vier Mal die Woche geht das Ehepaar auf die Jagd.

"In den letzten Wochen – seit Tönnies – merkt man eine deutliche wachsende Nachfrage aus der Bevölkerung, vor allem aus der aufgeklärteren Bevölkerung. Und entsprechend größer ist das Interesse an Wildfleisch oder Wildfleischprodukten." Ekkehard Schwärzer, Jäger

Fichtelgebirge: Direktvermarktung von Wildbret

Die Meinung, dass Wild viel schwieriger zuzubereiten sei, als anderes Fleisch, ist weit verbreitet. Eine repräsentative Umfrage des Deutschen Jagdverbands hat ergeben: 40 Prozent der Befragten sieht das so. Aber es ändert sich: Immer mehr trauen sich an Wildgerichte. Das merken auch die Bayerischen Staatsforsten in Fichtelberg, sagt Forstbetriebsleiter Winfried Pfahler. Auch hier wird Wildbret direkt vermarktet.

"Wir stellen tatsächlich fest, dass die Leute wild auf Wild sind. Wir sind nahezu ausverkauft. Wir hatten uns vor Beginn der Jagdsaison Gedanken gemacht, was wir machen, wenn die Kühlschränke überborden. Jetzt ist es so, dass wir gar nicht hinterherkommen." Winfried Pfahler, Forstbetriebsleiter Bayerische Staatsforsten Fichtelberg

Burger als alternative zum Rehbraten

Besonders beliebt in Fichtelberg sind übrigens aktuell die neuen Burger-Patties. In den vergangenen sechs Wochen wurden fast 4.000 Stück davon verkauft. Eine von vielen Alternativen zum klassischen Rehbraten. Und das: regional und nachhaltig.

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Wildbret aus der Region erfreut sich im Fichtelgebirge derzeit großer Beliebtheit.

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