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Nach Engpass: Pneumokokken-Impfstoff wieder verfügbar | BR24

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Er war in den letzten Wochen ein rares Gut geworden: der Impfstoff gegen Pneumokokken. Denn wie das Coronavirus können auch Pneumokokken eine schwere Lungenentzündung verursachen. Nun wurden Impfdosen aus Japan importiert.

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Nach Engpass: Pneumokokken-Impfstoff wieder verfügbar

Er war in den letzten Wochen ein rares Gut geworden: der Impfstoff gegen Pneumokokken. Denn wie das Coronavirus können auch Pneumokokken eine schwere Lungenentzündung verursachen. Nun wurden Impfdosen aus Japan importiert.

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Angela Merkel hat es getan und viele andere auch. Sich in den letzten Wochen noch vorbeugend gegen Pneumokokken impfen lassen. Denn wie das Coronavirus können auch Pneumokokken eine schwere Lungenentzündung verursachen. Wenn diese bakterielle Lungenentzündung zu einer Covid19-Erkrankung dazu kommt, dann kann das besonders gefährlich werden. Für Risikogruppen wurde deswegen eine Pneumokokken-Impfung dringend empfohlen, um zumindest einer Infektion mit Pneumokokken vorzubeugen.

Hohe Nachfrage führt zu Engpässen

Eigentlich wird die Pneumokokken-Impfung allen Menschen über 60 Jahren, Säuglingen und Kleinkindern bis zu zwei Jahren sowie chronisch Kranken empfohlen. Doch da der Impfempfehlung seit der Ausbreitung des Coronavirus so viele Menschen gefolgt waren, ist der Impfstoff knapp geworden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts hat nun empfohlen, dass die wenigen Dosen, die verfügbar sind, nun in erster Linie Senioren ab dem Alter von 70 Jahren, Säuglingen und Kleinkindern bis zu zwei Jahren sowie Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen und Patienten mit Immunschwäche verabreicht werden sollen.

Impfstoff-Nachschub aus Japan

Durch den Ausruf des Versorgungsengpasses konnte das Paul-Ehrlich-Institut, das bundesweit den Überblick über die Verfügbarkeit von Impfstoffen hat, nun leichter Nachschub beschaffen, auch aus dem Ausland.

"Was wir in so einem Fall machen ist, dass wir mit den Firmen sprechen und versuchen zu eruieren, ob es noch irgendwelche Reserven geben könnte, die dort nicht gebraucht werden und die man dann nach Deutschland bringen kann. Im Fall des Pneumokokken-Impfstoffs haben wir nun Impfdosen aus Japan importieren können." Isabelle Bekeredjian-Ding, Abteilung für Mikrobiologie am Paul-Ehrlich-Institut

Impfstoff kommt in dieser Woche auch bei den bayerischen Ärzten an

Ärzte in ganz Deutschland haben die Engpässe in den letzten Wochen zu spüren bekommen und konnten den Impfstoff, der in der Regel problemlos erhältlich ist, nicht so einfach nachbestellen. Doch in dieser Woche konnten nun die Dosen aus Japan über die Apotheken bestellt werden und sollen an die Praxen ausgeliefert werden.

Auch Allgemeinmediziner und Impfexperte Markus Frühwein aus München hat jetzt Nachschub bestellt. Er hat in den letzten Wochen deutlich mehr Pneumokokken-Impfungen verabreicht als sonst.

"Ich denke, dass die Corona-Erkrankungen das Denken der Menschen bezüglich Infektionserkrankungen beeinflusst und sich man sich vielleicht auch einfach mehr Gedanken darüber macht, wo sind Gefahren für mich vor denen ich mich auch schützen kann. Eine Pneumokokken-Impfung ist einfach ein guter Schutz gegen eine Lungenentzündung und deswegen denke ich, dass wir in Zukunft einen erhöhten Bedarf an der Impfung haben werden." Markus Frühwein, Impfexperte

Durch den Nachschub an Impfdosen aus Japan, ist die Versorgung der besonders gefährdeten Risikogruppen zumindest momentan sichergestellt. Im Laufe des Jahres sollte es den Impfstoff dann laut Paul-Ehrlich-Institut auch wieder aus Europa geben. Dann können die eingeschränkten Impfempfehlungen voraussichtlich gelockert werden.

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