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Nach Eklat um Sahin – CSU in Wallerstein nominiert keinen Ersatz | BR24

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Die CSU in Wallerstein hat ihre Liste für die Kommunalwahl im März aufgestellt. Weil sich der muslimische Kandidat Sener Sahin wegen Widerständen in der Partei zurückgezogen hatte, geht die CSU erneut ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten in die Wahl.

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Nach Eklat um Sahin – CSU in Wallerstein nominiert keinen Ersatz

Die CSU in Wallerstein hat ihre Liste für die Kommunalwahl im März aufgestellt. Weil sich der muslimische Kandidat Sener Sahin wegen Widerständen in der Partei zurückgezogen hatte, geht die CSU erneut ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten in die Wahl.

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Als Bürgermeisterkandidat der CSU wollte Sener Sahin in Wallerstein (Lkr. Donau-Ries) bei den anstehenden Kommunalwahlen ins Rennen gehen. Dafür hatte ihn der Ortsvorstand der CSU gewonnen. Sahin plante, in die Partei einzutreten. Nach Widerständen im Ortsverband gegen einen muslimischen Kandidaten erklärte Sahin aber seinen Rückzug und ließ sich auch von CSU-Generalsekretär Markus Blume nicht mehr umstimmen.

Am Abend hat die CSU in Wallerstein ihre Liste für den Gemeinderat aufgestellt. Die Liste mit 16 Kandidaten wurde einstimmig angenommen. Wie erwartet, hat der Ortsverband keinen Ersatzkandidaten für Sener Sahin gefunden. Die CSU geht in Wallerstein nun ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten in die Kommunalwahl.

Sahin-Gegner kandidieren bei der Kommunalwahl für die CSU

Wie der CSU-Ortsvorsitzende von Wallerstein, Georg Kling, dem BR bestätigte, befinden sich auf der jetzt gewählten Liste für den Gemeinderat auch Bewerber, die Sahin nicht wollten, weil er Moslem ist.

Die CSU zieht daraus aber keine Konsequenzen. "Ich schmeiße meine Mitglieder nicht raus", sagt Kling. Im Gegenteil. Er sei froh, dass ihm nach dem Wirbel der vergangenen Tage nicht auch noch seine Gemeinderatsliste auseinandergebrochen sei. Aber natürlich sei er enttäuscht, dass sein Wunschkandidat Sener Sahin abgesprungen ist. Er hoffe, dass nun Ruhe einkehre und man sich auf die Kommunalwahl konzentrieren könne.

CSU-Bundestagsabgeordneter Lange bedauert Sahins Rückzug

"Auf der CSU-Liste ist jeder herzlich willkommen, der unseren Wertekompass teilt", sagte der Bundestagsabgeordnete und CSU-Kreisvorsitzende Ulrich Lange, der bei der Sitzung in Wallerstein dabei war. Die Liste sei Ausdruck dieses Wertekompasses. Laut Lange habe es nicht nur parteiintern, sondern auch in der Dorfgemeinschaft kontroverse Diskussionen über Sener Sahin als Kandidaten gegeben. Lange sagte, er bedauere es sehr, dass Sener Sahin nicht mehr zur Kandidatur bereitstand.

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