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Polizeipräsidium München - gegen 36 Beamte wird aktuell wegen Drogendelikten ermittelt.

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    Nach Drogenskandal: Zwölf Münchner Polizisten suspendiert

    Seit zwei Jahren laufen Ermittlungen gegen Münchner Polizisten, die offenbar beschlagnahmte Drogen abgezweigt haben. Letzte Woche gab's die erste Anklage. Nun teilte das Polizeipräsidium mit: Von den 36 Verdächtigen sind bereits zwölf suspendiert.

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    Von
    • Christoph Dicke

    Während die strafrechtliche Aufarbeitung des Drogenskandals bei der Münchner Polizei noch läuft, sind die ersten Beamten bereits vom Dienst suspendiert worden. Zwölf Mitarbeiter des Polizeipräsidiums München mussten ihre Dienstmarke abgeben, zwei weitere wurden vorläufig des Dienstes enthoben. Wie ein Präsidiumssprecher mitteilte, laufen bereits 22 Disziplinarverfahren gegen Münchner Polizisten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt insgesamt gegen 36 Beamte.

    Erste Anklage erhoben

    Bei einer Drogen-Razzia im Herbst letzten Jahres hatten rund 170 Ermittler insgesamt 30 Wohnungen und 7 Polizeidienststellen durchsucht. Letzte Woche hatte die Staatsanwaltschaft München I die erste Anklage erhoben.

    Laut bayerischem Landeskriminalamt (LKA) geht es dabei um verschiedene Arten von Drogen, darunter auch Kokain, sagte ein Sprecher bereits im Dezember. "Der Vorwurf steht auch im Raum, dass es sich um Rauschgift handelt, das sichergestellt wurde." Dies dürfe man sich aber nicht als Selbstbedienung aus der Asservatenkammer vorstellen. Möglich sei hingegen, dass bei polizeilichen Durchsuchungen nicht die vollständige Menge der sichergestellten Drogen aufgeschrieben und der Rest abgezweigt wurde.

    Mutmaßlicher Drogendealer hatte ausgepackt

    Wie umfangreich die Nachforschungen sind, zeigen Zahlen, die das LKA veröffentlicht hat: So wurden von der 20-köpfigen Sonderkommission in den vergangenen zwei Jahren dreieinhalb Millionen Chat-Nachrichten, drei Millionen Bilder und 75.000 Videos ausgewertet. Die Vorwürfe waren bekannt geworden, als ein mutmaßlicher Drogendealer über seine mutmaßlichen Kunden in Uniform ausgepackt hatte.

    Unter Verwendung von dpa