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Das Münchner Oktoberfest wird nicht stattfinden, das hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bekanntgegeben. Doch was bedeutet das für die Volksfeste in Franken? Wir haben den Vorsitzenden des Süddeutschen Schaustellerverbands Lorenz Kalb gefragt.

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Nach der Wiesn-Absage: Was passiert mit Frankens Volksfesten?

Das Münchner Oktoberfest wird nicht stattfinden, das hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bekanntgegeben. Doch was bedeutet das für die Volksfeste in Franken? Wir haben den Vorsitzenden des Süddeutschen Schaustellerverbands, Lorenz Kalb, gefragt.

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Von
  • Martin Hähnlein
  • Anja Bühling

Nach der Absage des diesjährigen Oktoberfests zeigte sich Lorenz Kalb, der Vorsitzende des Süddeutschenfordern Schaustellerverbands kämpferisch. Auf der einen Seite müsse es weiterhin finanzielle Hilfen geben für die Branche, auf der anderen Seite sei die Wiesn mit anderen Festen schwer zu vergleichen und so hat er auch gleich ein Konzept dabei, wie man dennoch feiern könne. Es gehe ja nicht nur um die Wiesn-Wirte, sagte Lorenz Kalb in der Frankenschau aktuell im BR Fernsehen.

"Heute ist einfach ein furchtbar trauriger Tag für uns. Sie müssen sich vorstellen, seit 2019 im Dezember keinerlei Einnahmen mehr. Dann können Sie sich vorstellen, wie es der Branche heute geht." Lorenz Kalb, Vorsitzender des Süddeutschen Schaustellerverbands

Wiesn mit fränkischen Festen kaum vergleichbar

Es sei schwierig, das Münchner Oktoberfest, "den Leuchtturm unter den Volksfesten", mit den fränkischen Familienfesten zu vergleichen, so Kalb. Man habe auf der Wiesn 6,5 Millionen Besucher, 140.000 Sitzplätze, 400.000 Besucher am Tag und Millionen für die Aufbauten der Bierzelte. "Das", so Kalb, "ist nicht zu vergleichen mit einer Fürther Kirchweih oder einem Nürnberger Volksfest."

Finanzielle Überbrückung für Schausteller gefordert

Trotzdem sei es ein schwerer Schlag für die Schausteller, weil ja auch gleich die anderen großen Volksfeste in Bayern mit abgesagt worden seien. Deshalb bräuchten die Schausteller eine weitere finanzielle Unterstützung, für die Zeit, die jetzt überbrückt werden müsse.

Temporärer Freizeitpark mit Hygienekonzept als Alternative

Als Alternative kann er sich ein kleineres Fest vorstellen, das auch Corona-konform ablaufen könnte. Schon vor einigen Monaten hätten die Schausteller ein Konzept vorgestellt: Das "NürnBär Land", ein temporärer Freizeitpark in Nürnberg mit 60.000 Quadratmetern Fläche. Der Platz soll eingezäunt werden, große Abstände soll es geben zwischen den Fahrgeschäften und für die Besucher. Dazu soll eine Kontaktnachverfolgung durch die Luca-App, eine Einbahnstraßenregelung und ein Hygienekonzept gelten.

"Ich denke, die Familien, die Kinder, die Bevölkerung haben es verdient, dass sie sich hier erholen können und mal wieder Spaß haben, ohne Gefahr zu laufen, sich anzustecken", so Kalb weiter. Man habe ja schon im vergangenen Jahr mit den Sommertagen in Nürnberg bewiesen, dass das gehe.

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