Trockener und geplatzter Lehm in einem ausgetrockneten Flussbett

Die lang anhaltende Hitze hat die Böden ausgetrocknet und ihre Fähigkeit Wasser aufzunehmen stark eingeschränkt.

Bildrechte: picture alliance/dpa | Klaus-Dietmar Gabbert
  • Artikel mit Video-Inhalten
>

Nach der Hitze die Flut? Die Folgen der Trockenheit für Franken

Nach der Hitze die Flut? Die Folgen der Trockenheit für Franken

Anhaltend Temperaturen weit über 30 Grad und nur wenig Regen: Die Böden sind ausgetrocknet. Für einige Regionen in Franken sagen die Meteorologen Gewitter vorher. Was bedeutet das für die Böden? Drohen nach der Hitze Überschwemmungen?

Der Rasen wird braun, Äcker vertrocknen, Böden bekommen tiefe Risse: Seit Wochen hält die Hitzewelle im ganzen Land an, nur wenige Regenfälle und kühlere Tage boten Verschnaufpausen. Nicht aber für die Böden. Durch die anhaltende Hitze und Trockenheit können sie kaum noch Wasser aufnehmen. Experten sprechen von einer sogenannten Benetzungshemmung.

Böden vertrocknet: Was passiert bei Starkregen?

"Nach einer langen Trockenheit setzen sich Pflanzenwachse und -fette ab, die die Poren verstopfen können. Es kommt aber auf die kleinen Poren an, die die Wasseraufnahme eines Bodens ausmachen, und die sind eben gehemmt", sagt Professor Johannes Barth, Hydrogeologe am GeoZentrum Nordbayern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk.

In Teilen Frankens werden nun aber nach der Hitze teils heftige Gewitter erwartet. Wenn es zu Starkregenereignissen kommt, ist der Boden überfordert. Zwar dringe das Wasser in die Spalten und Risse ein, nur eben in die kleinen Poren nicht, sagt Barth, "dann ist es oft so, dass es vorbeifließt und gar nicht den Boden richtig benetzt, richtig durchfeuchtet".

Gunzenhausen: bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter

Das bedeutet zum einen, dass die Wurzeln der Pflanzen das Wasser nicht aufnehmen können, obwohl sie es eigentlich dringend bräuchten und obwohl es da ist, schildert Barth. Die Wasseraufnahme der Pflanzen funktioniert erst wieder, wenn es länger und anhaltend regnet und die Böden aufweichen.

Zum anderen droht bei Gewitter das Risiko der Überschwemmung. Die Pegelstände der Flüsse sind zwar landesweit aufgrund der Trockenheit niedrig, auch liegen derzeit keine Warnungen der Wasserwirtschaftsämter vor. Starkregen könnte aber lokal zu einzelnen Überschwemmungen führen. Für den Raum Gunzenhausen zum Beispiel, wo heute das Finale der BR-Radltour stattfindet, warnt BR-Meteorologe Michael Sachweh am späten Nachmittag und am Abend vor einer zunehmenden Neigung zu Gewittern. Diese seien in ihrer Bewegung unberechenbar, könnten aber Regen mit bis zu 15 bis 30 Liter pro Quadratmeter im Gepäck haben.

Mehr Dürren und Trockenheit in Franken

Auf lange Sicht sei im Hinblick auf Dürre und Trockenheit in Franken wenig Besserung zu erwarten. Hydrogeologe Johannes Barth hofft zwar, "dass wir auch mal wieder ein feuchteres Jahr bekommen oder einen Winter mit einer stärkeren Schneebedeckung, bei der wir eine bessere Grundwasserneubildung haben". Prognosen deuten aber auf mehr Dürren und länger anhaltende Trockenheit hin. "Vielleicht müssen wir uns darauf einstellen".

Der Hydrogeologe Prof. Johannes Barth spricht in der Frankenschau aktuell über die Wasseraufnahmefähigkeit unserer Böden.

Bildrechte: BR

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!