Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Nach dem Fisch-Skandal: Teichwirte bangen um Existenz | BR24

© BR

In Freising und Dachau sind seit Monaten Gewässer mit der Chemikalie Malachitgrün verseucht. Der mutmaßliche Verursacher ist angeklagt, doch die Umwelt bleibt verschmutzt und die Teichwirte bangen um ihre Existenz.

5
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Nach dem Fisch-Skandal: Teichwirte bangen um Existenz

In Freising und Dachau sind seit Monaten Gewässer mit der Chemikalie Malachitgrün verseucht. Der mutmaßliche Verursacher ist angeklagt. Doch die Umwelt bleibt verschmutzt und die Teichwirte bangen um ihre Existenz.

5
Per Mail sharen
Teilen

Der Bayerische Rundfunk hat vor knapp drei Monaten aufgedeckt, dass Gewässer und Speisefische in Freising mit der Chemikalie Malachitgrün verunreinigt sind. Die zuständigen Behörden hatten das verschwiegen. Das für Speisefische verbotene Tierarzneimittel war offenbar in einem Fischzuchtbetrieb eingesetzt worden.

Verunreinigung des Schwebelbachs in Dachau bestätigt

Jetzt hat das Wasserwirtschaftsamt München dem Bayerischen Rundfunk bestätigt, dass die Umweltverschmutzung noch größer ist als bisher bekannt. Demnach ist auch der Schwebelbach im Landkreis Dachau mit Malachitgrün verseucht. Angeblich besteht keine Gesundheitsgefahr.

Am Schwebelbach liegt der Firmensitz des Fischzüchters, der im Freisinger Malachitgrün-Skandal inzwischen angeklagt ist. Die Staatsanwaltschaft Landshut wirft ihm vor, das Tierarzneimittel in seinem Zuchtbetrieb in Freising illegal eingesetzt zu haben.

Umwelt bleibt verschmutzt

Unklar ist, wie das Malachitgrün wieder aus der Natur entfernt werden kann. Im Landkreis Freising soll der mutmaßliche Verursacher nun selbst ein Konzept vorlegen, wie er seine Teiche saniert. Ziel ist zu verhindern, dass immer wieder neue belastete Sedimente aus seiner Anlage in den Flusslauf und damit auch zu den flussabwärts liegenden Fischzuchten gespült werden.

Das Landratsamt Freising hat die Kontamination der Moosach inzwischen als Straftat angezeigt. Das aber kommt möglicherweise zu spät. Bisher hat die Staatsanwaltschaft den mutmaßlichen Verursacher allein wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelrecht angeklagt und die Ermittlungen bereits abgeschlossen.

Teichwirte bleiben auf ihrem Schaden sitzen

Die geschädigten Fischzüchter hatten gehofft, bei einer Verurteilung nach Umweltstrafrecht bessere Chancen bei ihrer Zivilklage auf Schadensersatz zu haben. Die Teichwirte sitzen zum Teil auf über 20 Tonnen schlachtreifem Fisch, der wegen der Kontamination nicht in den Handel gebracht werden darf. Ihr Schaden geht in die Hunderttausende.