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Corona-Hotspot Nürnberg: So kam es zur Datenpanne | BR24

© dpa-Bildfunk/Daniel Karmann

Nachdem nun die Datenpanne in Nürnberg behoben ist, liegt die 7-Tage-Inzidenz in Nürnberg weit über 200.

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    Corona-Hotspot Nürnberg: So kam es zur Datenpanne

    In Nürnberg sind den Corona-Zahlen des LGL zufolge seit gestern 734 Neuinfektionen gemeldet worden. Damit hat die Stadt nach der Datenpanne bayernweit den höchsten Zuwachs und die Sieben-Tages-Inzidenz liegt derzeit bei 274,13. Die 15-Km-Regel gilt.

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    Von
    • Inga Pflug

    Den bayernweit mit deutlichem Abstand höchsten Corona-Fall-Zuwachs meldet das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aktuell (14.01.21, Stand: 8.00 Uhr) für Nürnberg: 734 Neuinfektionen schlagen hier zu Buche. Allerdings hatte die Stadt in den vergangenen Tagen mit Problemen bei der Datenübermittlung zu kämpfen. Sowohl das LGL als auch die Stadt gehen aber davon aus, dass die heutigen Werte korrekt sind und die Nachmeldungen der vergangenen Tage nun vollständig erfasst sind. Nürnberg gilt damit wieder als Hotspot, teilt die Stadt mit und die 15-Km-Regel gilt.

    Unterschiedliche Zahlen von LGL und RKI

    Für die Sieben-Tage-Inzidenz ergibt sich nun auch bei den LGL-Zahlen ein Wert deutlich über 200 für die Stadt Nürnberg (274,13). Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte den Wert, der Nürnberg unter die 15-Kilometer-Regel fallen lässt, bereits am Morgen vermeldet, während das LGL gestern noch einen deutlich niedrigeren Wert angegeben hatte. Ein LGL-Sprecher erklärte den Unterschied im Gespräch mit dem BR-Studio Franken mit den unterschiedlichen Verarbeitungszeitpunkten in beiden Einrichtungen. Während das LGL seine Zahlen täglich am frühen Nachmittag mit einem Stand von 8.00 Uhr veröffentliche, würden mehrmals täglich weitere Daten an das RKI übermittelt, das seinerseits die Zahlen mit Stand 0.00 Uhr publiziere. Die RKI-Zahlen könnten also immer bereits Daten enthalten, die beim LGL zwar vorlägen, aber noch nicht veröffentlicht seien.

    Schnittstellenproblem soll morgen gelöst werden

    Seitens der Stadt Nürnberg hieß es heute, die Problematik bei der Datenübertragung solle morgen durch ein Software-Update final gelöst werden. Seit Montag (11.01.21) habe man die Übermittlung der Corona-Fallzahlen durch manuelle Anpassungen sichergestellt, so dass keine Fehlermeldungen mehr aufgetreten seien. Wie eine Sprecherin des Nürnberger Gesundheitsamtes im Gespräch mit dem BR-Studio Franken erläuterte, lag das Problem bei der Datenweitergabe an einer Schnittstelle zwischen zwei Programmen: dem seit Januar 2021 verpflichtenden Deutschen Elektronischen Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz (DEMIS), an das Labore ihre positiven Befunde digital melden müssen auf der einen Seite und der Meldesoftware Äskulab, die von den Kommunen genutzt wird, auf der anderen Seite.

    Daten mussten händisch bearbeitet werden

    Wegen der Schnittstellenproblematik zwischen beiden Systemen sei es nötig gewesen, einige Daten im Hintergrund händisch zu formatieren, um die Tabellen korrekt an das LGL zu übermitteln. Ein Software-Update soll diesen Fehler nun dauerhaft beheben. Wie die städtische Gesundheitsreferentin Britta Walthelm weiter erklärte, seien die Daten und Tabellen sehr komplex und keinesfalls nur Strichlisten: Um etwa zu verhindern, dass ein Corona-Infizierter bei zwei verschiedenen Gesundheitsämtern gezählt werde, seien für jeden einzelnen Fall Daten zur Identifizierung hinterlegt. Eine telefonische Übermittlung der Daten oder ein Fax an das LGL seien daher keine Option.

    Mittelfranken bei Sieben-Tage-Inzidenz von 188,04

    Insgesamt hat das LGL für Mittelfranken 50.428 Fälle und somit genau 1.069 mehr als gestern gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt demnach im Bezirk bei 188,04. Über der 200er-Marke bei der Sieben-Tage-Inzidenz liegen in Mittelfranken weiterhin die Städte Ansbach (208,14), Schwabach (222,05) und Fürth (201,56) sowie der Landkreis Roth (262,72). Für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, der gestern kurzzeitig wieder unter der 200er-Marke lag, meldet das LGL heute einen Wert von 213,23.

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