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Nach Corona-Todesfall: Reha-Klinik muss Betrieb einstellen | BR24

© BR/Sarah Beham

Die Reha-Klinik in Schaufling liegt am Hausstein nahe der Rusel.

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    Nach Corona-Todesfall: Reha-Klinik muss Betrieb einstellen

    Die Asklepios-Klinik in Schaufling (Lkr. Deggendorf) muss auf Anweisung des Gesundheitsamtes vorübergehend geschlossen bleiben. Aktuell laufen Ermittlungen, ob die vorgeschriebenen Schutz- und Hygienemaßnahmen eingehalten wurden.

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    Die Asklepios-Klinik in Schaufling (Lkr. Deggendorf) muss vorübergehend geschlossen bleiben. Nach der polizeilichen Durchsuchung am 1. Mai stellt die Klinik auf Anordnung des Gesundheitsamtes den Betrieb vorübergehend komplett ein. Das bestätigte ein Sprecher des Landratsamtes Deggendorf auf BR-Anfrage. Zuerst hatte die Passauer Neue Presse darüber berichtet.

    Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne

    Alle Patienten wurden in andere Kliniken verlegt. Die meisten Mitarbeiter müssen sich jetzt in häusliche Quarantäne begeben. Über die Dauer der Schließung konnte der Sprecher des Landratsamtes zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen. Die Vorwürfe gegen die Klinik wiegen schwer: fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und mögliche Verstöße nach dem Infektionsschutzgesetz.

    Behandlungsbereiche nicht ausreichend getrennt?

    Eine 82-jährige Patientin, die sich mit Corona infiziert hatte, soll nach dem Aufenthalt in der Schauflinger Klinik gestorben sein. Die Klinik ist eigentlich ein Reha-Zentrum, wurde aber auch als Behelfskrankenhaus für Corona-Patienten genutzt. Weil die Behandlungsbereiche von Corona- und Rehapatienten angeblich nicht ausreichend getrennt wurden, hatten sich Mitarbeiter beschwert.

    Hygienemaßnahmen nicht eingehalten?

    Das Gesundheitsamt Deggendorf hat daraufhin Anzeige erstattet, und die Klinik wurde durchsucht. Durch die mangelnde Trennung sollen sich sowohl Reha-Patienten als auch Mitarbeiter der Asklepios-Klinik Schaufling mit Corona infiziert haben. "Durch eine Anzeige ergaben sich Hinweise, dass die vorgeschriebenen Schutz- und Hygienemaßnahmen in der Einrichtung möglicherweise nicht ordnungsgemäß umgesetzt und vollzogen wurden", heißt es wörtlich in einer Mitteilung der Polizei. Es sei möglich, dass dadurch ein "größerer Personenkreis" einer Ansteckungsgefahr durch das Virus Sars-CoV-2 ausgesetzt gewesen sei.

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