BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Panne bei Corona-Teststationen: Söder lehnt Huml-Rücktritt ab | BR24

© BR

Entgegen mancher Erwartungen belässt Ministerpräsident Söder (CSU) seine Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) im Amt. Zugleich erklärte er, beim Aufbau der Coronateststellen für Reiserückkehrer seien schwere Fehler gemacht worden.

54
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Panne bei Corona-Teststationen: Söder lehnt Huml-Rücktritt ab

Trotz der Panne mit 900 positiven Corona-Tests, von denen die Betroffenen nichts wussten, bleibt Bayerns Gesundheitsministerin Huml im Amt. In einer – immer wieder verlegten – Pressekonferenz stellte sich Ministerpräsident Söder hinter Huml.

54
Per Mail sharen

Trotz der Panne bei den Corona-Test-Stationen hat Ministerpräsident Markus Söder seiner Gesundheitsministerin Melanie Huml den Rücken gestärkt. "Melanie Huml hat mir den Rücktritt angeboten, zwei Mal", erklärte Söder. "Ich habe sie dann gefragt, ob sie sich weiter zutraut, diese Aufgabe zu füllen, ob sie will und kann." Sie habe in beiden Fällen 'ja' gesagt. "Sie will diese Scharte auswetzen und sie will das auch jetzt schaffen", so Söder.

LGL-Präsident Zapf wechselt ins Gesundheitsministerium

Stattdessen wechselt der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, in das Gesundheitsministerium – gleichzeitig erhält das Innenministerium die Zuständigkeit für die kommunalen Testzentren. Söder gestand die Panne mit den Corona-Tests ein und bedauerte den Fehler:"Die Panne, die passiert ist, ist sehr ärgerlich und auch bedauerlich. Es tut der gesamten Staatsregierung leid, dass diese Fehler passiert sind."

Gesundheitsministerin Melanie Huml will, dass sich die Fehler nicht wiederholen und setzt dabei auf Digitalisierung: "Sodass wir davon ausgehen können, dass das, was in dieser Anfangsphase passiert ist, aber nicht hätte geschehen dürfen - dass diese Anfangsschwierigkeiten, die da waren, jetzt abgestellt sein dürften", erklärte Huml.

900 Corona-Infizierte waren nicht informiert

Am Mittwochnachmittag hatte Huml einräumen müssen, dass gut 40.000 an Bayerns Grenzen Getestete noch nicht über das Ergebnis informiert worden waren. Das betraf mehr als die Hälfte der Fälle, darunter auch 900 positiv Getestete aus der ganzen Republik. Huml begründete das mit Übermittlungsproblemen aufgrund der händisch auszufüllenden Formulare.

Nun haben private Betreiber die Testzentren übernommen und sollen digital arbeiten. Zunächst hatten Hilfsorganisationen die Aufgaben übernommen – und die wollen nun nicht zu Sündenböcken abgestempelt werden, wie der Vize-BRK-Geschäftsführer Wolfgang Obermair sagte: "Die Diskussion der letzten Stunden hat schon den Eindruck erweckt, dass man die Fehler, die gelaufen sind, auf viele, viele Schultern aufteilen will. Und wir wollen auch Signal geben, dass unsere Schultern für die Schuld nicht zur Verfügung stehen."

Hilfsorganisationen waren nur eingesprungen

Die Hilfsorganisationen waren mehr oder weniger von einem Tag auf den anderen bei den Testzentren eingesprungen: "Es ist von vornherein angesprochen worden, dass der Prozess, umso stärker er digitalisiert werden könnte, natürlich besser laufen würde", so Obermair. "Aber das Signal war – zu diesem Zeitpunkt: stand kein digitales Medium zur Verfügung."

Vor allem Ehrenamtliche und Freiwillige hatten die Tests nur organisiert und durchgeführt – sie wollen für Pannen bei der Übermittlung der Ergebnisse nicht die Verantwortung übernehmen.

Sehen Sie hier die Einschätzung von Eva Lell, der landespolitischen Korrespondentin des BR, zur Pressekonferenz von Söder und Huml.

© BR

Eva Lell, landespolitische Korrespondentin des BR, schätzt die Lage der bayerischen Regierung ein, nachdem Markus Söder einen Rücktritt der Gesundheitsministerin Melanie Huml abgelehnt hat.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!