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Nach Corona-Stillstand: Deggendorfer Gymnasien vorbereitet | BR24

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Ganz vorsichtig versuchen die Schulen in Deutschland nach wochenlangem Corona-Stillstand wieder zurück in eine Art Regelbetrieb zu finden. In Deggendorf sind die Gymnasien vorbereitet.

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Nach Corona-Stillstand: Deggendorfer Gymnasien vorbereitet

Ganz vorsichtig versuchen die Schulen in Deutschland nach wochenlangem Corona-Stillstand wieder zurück in eine Art Regelbetrieb zu finden. In Deggendorf sind die Gymnasien vorbereitet.

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Von
  • Sarah Beham
  • Michael Buchner

Für rund 40 Abiturienten am Robert-Koch-Gymnasium in Deggendorf geht der Schulunterricht am Montag wieder los. Damit in Zeiten von Corona in der Schule keine Ansteckungsgefahr besteht, haben Schulleiter Heinz-Peter Meidinger und seine Kollegen Vorkehrungen getroffen.

  • Aktuelle Entwicklungen zum Coronavirus in Niederbayern finden Sie hier.

Kleinere Klassen, großer Sicherheitsabstand

Die Klassen wurden halbiert, sodass höchstens 15 Schüler gleichzeitig in einem Klassenzimmer unterrichtet werden. Die Einzeltische stehen mindestens eineinhalb Meter auseinander, damit der Sicherheitsabstand gesichert ist - deswegen müssen die Schüler am Robert-Koch-Gymnasium auch keine Mund-Nasen-Bedeckungen tragen. Die Schultoiletten sind mit Desinfektionsmittelspendern ausgestattet - benutzt werden darf die Toilette nur einzeln.

Eine Herausforderung wird der Weg zur Schule mit dem Bus - hier müssten die Schüler Mund-Nasen-Bedeckungen tragen. Wie gut dies am Montag gelingt, muss sich erst noch zeigen.

  • Die Übersichtskarte zu den aktuellen Coronavirusfällen in Bayern finden Sie hier.
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Bildrechte: ARD-Morgenmagazin

Nach sechs Wochen Pause hat für einige Schüler heute wieder der Alltag begonnen, mit den notwendigen Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln. BR-Reporter Christian Riedl hat sich für das ARD-Morgenmagazin in Deggendorf umgeschaut.

Angespannte Lage an der Fach- und Berufsschule

Schwieriger wird der Schulstart für die Fach- und Berufsoberschule in Deggendorf. An der Aloys-Fischer-Schule gibt es über 300 Absolventen, für die der Unterricht beginnt. Schulleiterin Christina Schedlbauer sagte dem Bayerischen Rundfunk, dass man mit den Räumen gerade noch so hinkomme, weil die elften Klassen noch nicht in der Schule sind. Für die Absolventen gibt es drei Eingänge, die wegen des Sicherheitsabstandes kontrolliert werden. Die Klassen wurden halbiert, auf Partner- oder Gruppenarbeiten wird verzichtet. Die Pausen finden nicht wie üblich am Pausenhof statt, sondern drinnen im Klassenzimmer.

Mit diesen Maßnahmen folgen die Schulen den Entscheidungen des bayerischen Ministerrats. Die für die Bildung zuständigen Kultusminister der Länder wollen am Montag in einer Schaltkonferenz über das weitere Vorgehen beraten. Meidinger erwarte sich von der Konferenz einen groben "Fahrplan", der Eltern und Kindern eine klare Perspektive gebe, in welchen Schritten und in welchen Jahrgangsstufen der Schulbetrieb wiederaufgenommen werde. Er bedauere, dass man bislang dazu nichts Konstruktives gehört habe.

Meidinger schlägt "Schichtmodell" vor

Trotz der Corona-Pandemie könnten nach Ansicht von Meidinger, der auch Präsident des Deutschen Lehrerverbandes ist, fast alle Schüler noch vor den Sommerferien an die Schulen zurückkehren. Meidinger schlug am Sonntag dafür einen "Unterricht-im-zwei-Wochen-Tackt" vor.

Dieses Schichtmodell soll folgendermaßen aussehen: Die Klassen werden geteilt und kommen abwechselnd für je eine Woche in die Schule und erhalten für die jeweils andere Woche Aufgaben für zu Hause in Homeschooling. "Damit könnten wir schrittweise wieder alle Jahrgangsstufen an die Schulen zurückbringen", sagte Meidinger zum BR.

Eltern könnten Betreuungs- und Arbeitszeiten besser planen, Raum- und Stundenpläne müssten kaum geändert und Fächer nicht gestrichen werden. Zudem würde die Gefahr gemindert, dass "sozial benachteiligte und leistungsschwache Kinder und Jugendliche sowie Schüler mit besonderem Förderbedarf" durch dauerhafte Abwesenheit abgehängt würden.

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