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Nach Corona-Party: Bußgeldverfahren gegen Infizierten | BR24

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Gegen den jungen Mann aus Fürth, der trotz Corona-Quarantäne an einer Party in Nürnberg teilnahm, ist ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Auf den Mitte Zwanzigjährigen komme ein hohes Bußgeld zu. Scharfe Kritik kommt aus der Staatskanzlei.

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Nach Corona-Party: Bußgeldverfahren gegen Infizierten

Gegen den jungen Mann aus Fürth, der trotz Corona-Quarantäne an einer Party in Nürnberg teilnahm, ist ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Im Höchstfall werden für den Mitte-20-Jährigen 10.000 Euro fällig.

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Von
  • Jonas Miller

Die Feier im Nürnberger Club "Mach1" mit 87 Personen hat für den Corona-Infizierten ein Nachspiel. Gegen den Mitte-Zwanzigjährigen ist ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Das teilte ein Mitarbeiter des Fürther Ordnungsamtes dem BR auf Anfrage mit. Der Mann wird derzeit von den Behörden angehört.

Hohe Geldstrafe möglich

Auf ihn kommt demnach ein Bußgeld in Höhe von 500 bis 10.000 Euro zu. Dabei müsse die Schwere der persönlichen Schuld des Betroffenen, sowie dessen wirtschaftliche Verhältnisse berücksichtigt werden. Gestern war bekannt geworden, dass der Infizierte aus Fürth eigentlich unter Quarantäne stand, weil er aus einem Risikogebiet kam und noch kein Corona-Testergebnis hatte. Dennoch besuchte der Mann am Wochenende des 15. und 16. August eine Party im Nürnberger Club "Mach1". Ursprünglich hieß es, die Party sei eine Privatveranstaltung gewesen.

Party in Nürnberg war keine Privatveranstaltung

Nach Recherchen des Nürnberger Ordnungsamtes handelte es sich bei der Party im "Mach1" allerdings nicht um eine Privatfeier oder die Veranstaltung einer geschlossenen Gesellschaft. Die Behörden haben Teilnehmer der Party befragt und dabei festgestellt, dass mehrere Personen zur Feier eingeladen hatten. Zudem kannten sich laut Behörden viele Partygäste untereinander nicht. Einen Anlass konnten viele Partygäste ebenfalls nicht benennen.

Verhalten im "höchsten Maße rücksichtslos"

Scharfe Kritik kommt auch aus der Bayerischen Staatskanzlei. Illegale Corona-Feiern wie aktuell in Nürnberg seien "unverantwortlich" und in "höchstem Maße rücksichtslos", teilte der Leiter der Staatskanzlei, Florian Herrmann (CSU), dem BR auf Anfrage mit.

"Das extrem egoistische Verhalten von Wenigen gefährdet Leib und Leben von vielen Bürgerinnen und Bürgern im Freistaat. Man macht sich zum Handlanger des Virus, wenn man solche Partys feiert, statt Abstand zu halten. Wo Appelle an die Vernunft nicht wirken, wird der Rechtsstaat hart durchgreifen." Florian Herrmann, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Corona-Koordinator der Staatsregierung

5.000 Euro Strafe für Club-Betreiber möglich

Derzeit werde zudem geprüft, ob der Veranstalter oder der Club-Betreiber gegen Vorschriften verstoßen habe. Nürnbergs Pressesprecher Andreas Franke sagte in der "Frankenschau Aktuell" im BR-Fernsehen, der Betreiber müsse gegebenenfalls mit einer Strafe von 5.000 Euro rechnen.

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Ein Mann aus Fürth hat trotz Corona-Quarantäne an einer Feier im Nürnberger Club "Mach 1" teilgenommen. Alle Partygäste gelten nun als Kontaktpersonen der Kategorie 1. Für den jungen Mann aus Fürth hat die Party Konsequenzen.

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