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Nach Corona-Ausbruch: Mehr Kontrollen und höhere Strafen | BR24

© BR/Rüdiger Nowak

Nach dem großen Corona-Ausbruch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Mamming im Landkreis Dingolfing Landau soll es jetzt Reihentests für die Bevölkerung geben. Dafür wird eine Teststation aufgebaut. Weitere Betriebe werden kontrolliert.

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Nach Corona-Ausbruch: Mehr Kontrollen und höhere Strafen

Nach dem großen Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof in Mamming soll es neben Reihentests für die Bevölkerung auch verschärfte Kontrollen in den Betrieben geben. Auch die Strafen bei Hygiene-Verstößen sollen verschärft werden.

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Die Corona-Masseninfektion auf einem großen Bauernhof in Mamming (Lkr. Dingolfing-Landau) hat Behörden und Politik aufgeschreckt - und die Bürger beunruhigt. Die Landesregierung will nun dabei helfen, Vertrauen zu schaffen und baut heute eine Covid-Teststation in der Gemeinde auf. Dort können sich Bürger der gut 3.000 Einwohner zählenden Gemeinde freiwillig testen lassen – voraussichtlich ab Dienstagvormittag. Außerdem soll eine mobile Testgruppe unterwegs sein, die Menschen auf Wunsch auch zu Hause auf Corona testen wird. Das haben Recherchen des Bayerischen Rundfunks ergeben.

Corona-Tests beim Hausarzt weiter möglich

Gleichzeitig sind Tests weiterhin beim Hausarzt möglich. Mit der mobilen Station soll gewährleistet werden, dass sich so viele Menschen wie möglich testen lassen können, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, so Landrat Werner Bumeder. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) will die Menschen in Mamming und der Umgebung mit dem Testangebot beruhigen: "Gerade in einer Situation wie dieser ist dies ein sehr wichtiges Angebot an die Bevölkerung."

Vorerst kein Lockdown in Mamming

Auf der Pressekonferenz am Montagvormittag erklärte Söder, dass die Behörden in Mamming gut reagiert hätten. Der ganze Betrieb sei unter Quarantäne. Sollte das Infektionsgeschehen lokal eingrenzbar sein, wofür im Moment viel spreche, bleibe der Lockdown daher auf den Betrieb beschränkt. Söder kritisierte, dass es vor Ort trotz Kontrollen Verstöße gegen das Hygienekonzept gegeben habe. Laut Söder müssen Betriebe, die gegen die Hygieneauflagen verstoßen, künftig mit deutlich höheren Strafen rechnen. Demnach soll der Bußgeldrahmen von aktuell 5.000 auf 25.000 Euro erhöht werden.

Mehr Kontrollen

Wegen der zahlreichen Infektionen auf dem Gemüsehof in Mamming, sollen laut Söder während der Erntezeit alle Betriebe in Bayern in noch kürzeren Intervallen geprüft werden. Die Kontrolleure sollen demnach "unangemeldet, Tag und Nacht" vorbeikommen. Zudem würden alle Saisonarbeiter im Freistaat verpflichtend getestet, kündigte Söder an.

Genauer Blick auf andere Großbetriebe

Zunächst sind große landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Dingolfing-Landau an der Reihe, angrenzende Landkreise würden dann, sofern nötig, in einem zweiten Schritt kommen, so Gesundheitsministerin Huml. Bei besagtem Betrieb in Mamming sind 174 von knapp 500 Erntehelfern positiv auf Covid-19 getestet worden. Im Morgenmagazin von ARD und ZDF verteidigte Huml das Vorgehen der Regierung. Man habe, sobald am Freitag die ersten Infektionen auf dem Hof festgestellt worden seien, sehr schnell und konsequent gehandelt. Mit Verweis auf die neue Test-Offensive sagte sie, man werde nun "sehr zügig" mehr testen und kontrollieren.

Schuldzuweisungen in unterschiedliche Richtungen

Auf dem Hof war das vorgeschriebene Hygienekonzept nach Angaben von Landrat Werner Bumeder nicht vollständig umgesetzt worden. Grüne und SPD werfen der Staatsregierung vor, die Kontrolle von Saisonarbeiter-Unterkünften vernachlässigt zu haben. Ein Saisonarbeiter wird im Krankenhaus behandelt, einige weitere Infizierte weisen nach Ministeriumsangaben Symptome auf.

Sicherheitsdienst überwacht Ausgangsverbot

Die Helfer aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine waren bei der Gurkenernte auf den sogenannten Gurkenfliegern eingesetzt. Der komplette Betrieb steht unter Quarantäne. Das Landratsamt hat einen Bauzaun um das Gelände errichtet, ein Sicherheitsdienst überwacht das Ausgehverbot, Lebensmittel werden angeliefert. Da die Erntehelfer wenig Kontakt zur ortsansässigen Bevölkerung hatten, geht das Landratsamt bisher davon aus, dass sich die Infektionen nicht über den Hof hinaus verbreitet haben.

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