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Nach dem langen Corona-Lockdown ist in der Gastronomie- und Tourismusbranche Personalmangel ein großes Problem. Auch im Bayerischen Wald wird händeringend nach Mitarbeitenden gesucht.

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Nach Lockdown: Personalmangel in Restaurants und Hotels

Der lange Lockdown in der Gastro- und Tourismusbranche hat auch in Niederbayern und der Oberpfalz den Personalbestand schrumpfen lassen. Nicht alle Betriebe sind gleich stark betroffen, aber der Mitarbeitermangel ist spürbar.

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Von
  • Renate Roßberger
  • BR24 Redaktion

Mehr als zwei Monate Lockdown 2020 und dann zuletzt nochmal fast sieben Monate haben in der Gastro- und Tourismusbranche ihre Spuren hinterlassen. Das bestätigt auch der Tourismusverband Ostbayern. Besonders fehlt es an Personal.

Vom Restaurant in die Fabrik zum Arbeiten

Einige Kellner, Bedienungen, Köche oder Zimmermädchen sind in andere Branchen abgewandert. Die Gründe waren zum einen die Finanzen, weil manchen das Kurzarbeitergeld über die lange Zeit zu knapp wurde, und nicht alle Arbeitgeber die auf 60 bis 70 Prozent gekürzten Löhne aus eigener Tasche ausgleichen konnten. Auch den sogenannten Coronabonus, eine freiwillige einmalige Leistung von bis zu 1.500 Euro, die es steuerfrei gab, haben nicht alle Arbeitgeber genutzt, sagt die Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands im Landkreis Regen, Monika Schweizer. Minijobber hatten gar keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Ein weiterer Grund, in andere Berufe zu wechseln, war das im Lockdown zunehmende Gefühl für Beschäftigte, die ganze Branche sei unsicher. Es geht außerdem immer noch die Angst vor einem weiteren Lockdown um, heißt es. Vor allem im Bereich Küche generell haben etliche ganz aufgehört, beobachtet Monika Schweizer, und "wer weg ist, der bleibt meistens auch weg." Es sei schwer, Personal zurück zu holen.

"Entweder sie sind in eine Fabrik gegangen zum Arbeiten oder in den Lebensmitteleinzelhandel. Bei uns hat man ja nicht gewusst, wann und wie es wieder losgeht." Monika Schweitzer, Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands im Landkreis Regen
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Wirtin Monika Schweizer, Kreisvorsitzende des Hotel-und Gaststättenverbands im Landkreis Regen

Wegen Corona-Hygieneregeln sogar mehr Personal benötigt

Jetzt, wo wieder Gäste da sind, bräuchte die Branche wegen der Hygieneregeln aber sogar mehr Personal, sagt der Kreisverbandsvorsitzende im Landkreis Cham, Andreas Brunner. Aber neues zu finden sei schwierig - erkennbar auch an wiederkehrenden Stellenanzeigen in Zeitungen. Die meisten Häuser schaffen es, aber es gibt auch Speiselokale, die wegen Personalmangels nur noch mittags oder abends aufsperren oder mehr Ruhetage machen. Einige Wellness-Hotels im Bayerischen Wald machen ihr Restaurant nur noch für Hausgäste auf, bietet also kein a-la-Carte-Essen für Nicht-Übernachtungsgäste mehr an. Das war aber schon vor Corona ein Trend.

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