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Die Hochschule Ansbach wird Präsenz-Prüfungen nicht wie geplant durchführen

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    Nach Corona-Fall: Hochschule Ansbach ändert Prüfungspläne

    Die Hochschule Ansbach wird Präsenz-Prüfungen nicht wie geplant durchführen. Klausuren werden verschoben oder finden online statt. Zuvor war ein Prüfling positiv auf das Coronavirus getestet worden, 98 Studierende sind derzeit Quarantäne.

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    Von
    • Markus Balek

    Kein Mindestabstand auf dem Campus, Gedränge im Eingangsbereich und zu viele Studierende in einem Raum. So soll es laut Studenten bei einer Präsenzprüfung an der Hochschule in Ansbach am 22. Januar zugegangen sein, zu der Studierende aus ganz Deutschland anreisten. Die Hochschule hat nun ihr bisheriges Konzept überdacht und wird bereits bei den kommenden Prüfungen Änderungen vornehmen.

    Online-Prüfung und Terminverlegung

    Als erste Folge nach der Corona-Infektion wird die kommende Prüfung nicht als Präsenzklausur, sondern online stattfinden, sagte Hochschulsprecher Michael Lang im Gespräch mit BR24. Zusammen mit dem Dozenten sei nun diese Lösung getroffen worden. Die Hochschule sei rechtlich allerdings auch dazu verpflichtet, weiterhin eine Präsenzprüfung anzubieten. "Für den Fall, dass ein Studierender mit einer Online-Prüfungssituation nicht einverstanden ist, hat er das Recht auf eine Präsenzprüfung", so Lang.

    Bei der zweiten Prüfung sei die Online-Variante organisatorisch schwierig. Es werde aber geprüft, wie auch diese Klausur sicher und ohne Ansteckungsgefahr stattfinden kann. Für die betroffene Personengruppe waren ursprünglich noch zwei Prüfungen vor Ort geplant.

    Ordnungsdienst soll Schutzmaßnahmen kontrollieren

    Im Vorfeld der Präsenzprüfungen habe die Hochschule Ansbach in einem Prüfungshygienekonzept darauf hingewiesen, wie sich die Studierenden im Umfeld der Prüfungen zu verhalten haben, so Lang. Hier sei auch die Eigenverantwortung der Studierenden gefragt. Die Prüfungsaufsichten könnten nur im Rahmen der Prüfung und des Einlasses agieren. Zukünftig soll ein externer Ordnungsdienst eingesetzt werden, der auch vor den Prüfungsräumen, beim Ein- und Auslass sowie im Freigelände auf die Einhaltung der Schutzmaßnahmen achtet.

    Kostenlose FFP2-Masken für Studierende

    Die Ansbacher Hochschule sei weiterhin überzeugt, dass das Prüfungshygienekonzept sinnvoll und ausgereift ist. Weitere Infektionen gebe es laut Angaben der Hochschule auch keine. Ziel sei es trotzdem, die Bedingungen bei Präsenzprüfungen weiter zu verbessern. Die Hochschulleitung hat daher ab sofort eine geltende FFP2-Maskenpflicht für Prüfungen beschlossen. Die entsprechenden Masken werden den Studierenden kostenfrei zur Verfügung gestellt.

    Zustimmung der Studenten für Maßnahmen

    Durchweg positiv reagierten die Studierenden aus dem betreffenden Studiengang auf die Maßnahmen der Hochschule. "Wir freuen uns darüber, dass eine weitere angedachte Präsenzprüfung online stattfinden wird", so Lars Appel, der Angewandte Wirtschafts- und Medienpsychologie an der Hochschule Ansbach studiert und die Hochschule zuvor scharf kritisiert hatte.

    Allerdings verstehe Appel nicht, warum eine weitere Prüfung nur terminlich nach hinten verschoben wird und erst einmal als Präsenzprüfung bestehen bleibt. Insgesamt sei das Verständnis für Dozenten und Verantwortliche der Hochschule seitens der Studierenden trotzdem groß. Man müsse gemeinsam Lösungen in der aktuellen Situation finden, die keine gesundheitlichen Risiken nach sich ziehen, meint Lars Appel.

    DGB: Hochschulen ignorieren Gefahr von Präsenzunterricht

    Nach dem positiven Corona-Fall an der Hochschule Ansbach gibt es Kritik vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DBG) Mittelfranken zum Festhalten an Präsenzprüfungen. In einer Mitteilung werde den Verantwortlichen vor allem der mangelnde Wille, Alternativen zu prüfen, vorgeworfen. Dies gefährde nicht nur Lehrende und Studierende, sondern helfe auch nicht, dass Infektionsgeschehen zu reduzieren. Hundert Studierende in Quarantäne in Ansbach bewiesen, wie schnell eine Präsenzprüfung zum Corona-Hotspot werden könne. Die Hochschule Ansbach ließe einen Kurswechsel vermissen, so die DGB Jugend weiter. Bundesweit zeugten ausgefeilte Onlinekonzepte von einem funktionsfähigen Plan B.

    Artikel wurde am 29.01.21 um 15.30 Uhr aktualisiert.

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