BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© SPD Neustadt an der Waldnaab
Bildrechte: SPD Neustadt an der Waldnaab

Sebastian Dippold (SPD), der Bürgermeister von Neustadt an der Waldnaab.

20
Per Mail sharen

    Nach Corona-Demo: Neustädter Bürgermeister bekommt Morddrohung

    Mit einem Internet-Video hat der Bürgermeister von Neustadt an der Waldnaab, Sebastian Dippold, am Wochenende gegen die Teilnehmer einer Querdenker-Demo gewettert. Daraufhin wurde der SPD-Politiker in den sozialen Netzen mit dem Tod bedroht.

    20
    Per Mail sharen
    Von
    • Margit Ringer

    Der Bürgermeister von Neustadt an der Waldnaab, Sebastian Dippold (SPD), hat nach einem selbstveröffentlichten Video in den sozialen Netzwerken am Wochenende eine Morddrohung erhalten. Zudem gab es am Sonntag vor dem Rathaus eine Protestaktion gegen ihn. Das Video richtete sich gegen die "Querdenken-Demo" mit 900 Teilnehmern am vergangenen Samstag in Weiden.

    SPD-Politiker soll "füsiliert" werden

    Dippold hatte in dem Video von einer ganzen "Bande Nazis" gesprochen, die unterwegs seien und dass er aufmerksam machen wolle, "was für Gesocks und Klientel hier mitläuft". Daraufhin erschien in den Kommentaren unter einem Post des Demo-Veranstalters bei Facebook eine Morddrohung. Konkret wurde das "Füsilieren" des SPD-Bürgermeisters gefordert. Füsilieren bedeutet standrechtlich erschießen. Der Bürgermeister erstattete Anzeige bei der Polizei.

    Demonstration vor dem Rathaus

    Am Sonntag kamen vor dem Rathaus in Neustadt/Waldnaab laut Dippold rund 20 Menschen zusammen, die mit Trillerpfeifen, Plakaten und lauten Rufen gegen das Video protestierten und den Rücktritt des SPD-Politikers forderten. Er habe die Demonstration nicht mit eigenen Augen gesehen, sondern nur im Rathaus gehört und habe auch weiter gemusst, zu einem Termin, erinnerte sich Dippold am Dienstag im Gespräch mit dem BR an die Vorgänge.

    Mit dem Video habe er bewusst darauf hinweisen wollen, dass man sich Gedanken machen solle, mit wem man da aufmarschiere bei diesen Demonstrationen. "Mir war bewusst, dass ich dann im Feuer stehe", sagt Dippold. Und fügt hinzu: "Wenn die AfD gegen einen demonstriert, hat man irgendetwas richtig gemacht."

    Immer noch Hasskommentare

    Auch heute erreichten ihn noch Hasskommentare in den sozialen Netzwerken, aber auch viel positive Zustimmung, sagt der 34-Jährige. Dippold ist seit Mai Bürgermeister der Kreisstadt und engagiert sich als SPD-Mitglied schon lange im Kampf gegen Rechtsextremismus.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!