BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Nach Corona-Aus: Mainfränkische Festspiele planen für 2021 | BR24

© dpa Picture-Alliance Siepmann

Historienspiel "Die Schutzfrau von Münnerstadt"

Per Mail sharen

    Nach Corona-Aus: Mainfränkische Festspiele planen für 2021

    Mitte März kam die Hiobsbotschaft für alle Festspiele in Mainfranken: durch die Corona-Pandemie müssen alle Aufführungen für dieses Jahr abgesagt und auf nächstes Jahr verschoben werden. Inzwischen laufen die Planungen für 2021 auf Hochtouren.

    Per Mail sharen

    Mit einem Schaden im fünfstelligen Bereich rechnen die Frankenfestspiele in Röttingen (Lkr. Würzburg), sagt Evelyn Fischer vom Stadtmarketing. Plakate, Flyer und Anzeigen für Werbung seien umsonst gewesen. Das komplette Programm wurde auf nächstes Jahr verschoben. Nur das Konzert der Manfred Mann’s Earth Band musste ersatzlos gestrichen werden. Neue Termine gibt es bis auf die Konzerte von Willy Astor (11.08.2021) und vom Heeresmusikkorps (08.06.2021) noch nicht.

    Anfang Mai hätten die Proben für die rund 40 Schauspieler und Musiker begonnen. Ihnen fallen jetzt alle Einkünfte weg, deshalb gibt es ein Unterstützerticket für das Ensemble zu kaufen. Hoch ist der finanzielle Schaden auch für Weingüter, Gastronomie und Hotellerie vor Ort, sagt Fischer. Die profitieren sonst immer enorm von den Frankenfestspielen. 40 Prozent der Tickets habe man im Vorverkauf schon abgesetzt. Etwa die Hälfte der Besucher will den Kaufpreis zurück, der Rest gibt sich mit Gutscheinen zufrieden. Zu den Frankenfestspielen in Röttingen kommen jedes Jahr rund 18.000 Besucher.

    60.000 Euro Schaden für Scherenburg-Festspiele

    Die Scherenburg-Festspiele in Gemünden (Lkr. Main-Spessart) wollten Ende Mai eigentlich mit den Proben beginnen. Vier Stücke und zwei Gastspiele standen von Ende Juni bis Ende August auf dem Programm. Insgesamt 52 Aufführungen. Unter anderem Erichs Kästners „Emil und die Detektive“ oder das Musical „Die Mauer muss weg“. Knapp 10.000 Tickets waren schon verkauft, als der Lockdown kam, sagt Julia Kiefer, Geschäftsführerin der Scherenburgfestspiele Main-Spessart gGmbH.

    Etwa die Hälfte der Besucher wollen ihre Tickets zurückerstattet bekommen. Den finanzielle Schaden durch die Corona-bedingte Absage beziffert Kiefer auf rund 60.000 Euro. Wann die 30. Festspielsaison im kommenden Jahr genau über die Bühne geht, steht noch nicht fest. Die Termine sind noch nicht festgelegt. Das Programm soll sich durch die Verschiebung aber nicht ändern. Zu den Scherenburg-Festspielen in Gemünden kommen im Schnitt 25.000 pro Saison.

    Stück in Geolzhofen muss umgeschrieben werden

    In Gerolzhofen (Lkr. Schweinfurt) war für diesen Sommer die Historien-Revue „Deutschland Wunderland“ von Krimiautor Roman Rausch, einem gebürtigen Gerolzhöfer, geplant. Zwischen 18. und 21. Juni sollten sechs Aufführungen auf einer Freilichtbühne auf dem Marktplatz laufen. 4.400 Gäste hätten auf der Tribüne Platz gefunden, im März war der Vorverkauf bereits angelaufen. Über 2.000 Tickets hatte das Amateurtheater schon verkauft. Wegen Corona wurde die Inszenierung für das 60-köpfige Ensemble um ein Jahr verschoben, einen genauen Termin für 2021 gibt es noch nicht.

    Laut Regisseurin Silvia Kirchhof ist dem Theaterverein jetzt schon ein finanzieller Schaden im vierstelligen Bereich entstanden. Plakate und Flyer sind gedruckt, Miete für Lager- und Proberäume muss trotzdem bezahlt werden, sagt Silvia Kirchhof. Entscheidend wird sein, ob das Sommertheater seine Tribüne nächstes Jahr voll auslasten oder nur zu einem Teil besetzen darf. Außerdem muss Autor Roman Rausch das Stück durch die aktuellen Ereignisse umschreiben.

    Besonderes Stück zur 1.200-Jahrfeier von Giebelstadt

    Der finanzielle Schaden für die Florian-Geyer-Festspiele in Giebelstadt (Lkr. Würzburg) hält sich zum Glück in Grenzen, sagt Rüdiger Scheer, Vorsitzender der Festspielgemeinschaft. Nur die Gage für Regisseur Renier Baaken muss bezahlt werden. Zur 1.200-Jahrfeier von Röttingen war mit dem Historical „Zobels Zoff“ ein besonderes Stück mit Gesang und Tanz geplant. Sechs Aufführungen an drei Wochenenden mit einem rund 50-köpfigen Laien-Ensemble.

    Seit Mitte Dezember haben die Florian-Geyer-Festspiele rund 150 Tickets im Vorverkauf abgesetzt. Die meisten Gäste wollen ihre Karten für kommendes Jahr behalten, so Scheer. Die Proben für das Stück sind schon seit Oktober 2019 bis zum Lockdown Mitte März gelaufen. Termine für nächstes Jahr gibt es in Giebelstadt schon: vom 16. bis zum 31. Juli 2021. Zu den Florian-Geyer-Festspielen kommen jedes Jahr rund 3.500 Besucher.

    Aufführung in reduzierter Besetzung geplant

    „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ wird dieses Jahr wahrscheinlich noch gespielt, es steht aber noch nicht sicher fest, sagt Claudia Kind, Vorsitzende vom Heimatspielverein. Geplant eine einmalige Sonderaufführung in reduzierter Besetzung. Statt wie üblich 200 sollen dann nur 15 Laienschauspieler auf der Bühne stehen. Das Stück über die Rettung der Stadt vor dem schwedisch-weimarischen Heer im Jahr 1641 bleibt aber so erhalten.

    Aktuell arbeitet der Heimatspielverein an der Corona-Variante. Weil der Vorverkauf nicht gestartet ist und auch keine Werbemaßnahmen eingeleitet wurden, ist zum Glück kein finanzieller Schaden entstanden, sagt Kind. Normalerweise wäre „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ an drei Sonntagen Ende August bis Anfang September aufgeführt worden. In der Regel kommen 250 bis 300 Zuschauer.

    © dpa Picture-Alliance Johann Scheibner

    Florian-Geyer-Festspiele in Giebelstadt

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!