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Nach Beschwerde: Schweinehaltung an der Uni unter der Lupe | BR24

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Sind die Vorwürfe gegen das Lehr- und Versuchsgut der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) berechtigt? Zwei Studentinnen beklagen schlimme Zustände in der Schweinehaltung am Institut. Die Verantwortlichen der Hochschule halten weiterhin dagegen.

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Nach Beschwerde: Schweinehaltung an der Uni unter der Lupe

Sind die Vorwürfe gegen das Lehr- und Versuchsgut der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) berechtigt? Zwei Studentinnen beklagen schlimme Zustände in der Schweinehaltung des Instituts. Die Verantwortlichen der Hochschule halten weiterhin dagegen.

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Gerade an einem Institut, das Tiermedizin-Studierenden die genauen Abläufe in der Schweinezucht zeigen soll, ist es sinnvoll, den Alltag zu simulieren. Reinhard Straubinger, Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät der LMU, verweist auf die etwa 95 Prozent Betriebe, die konventionelle Schweinehaltung betreiben. Dort sind Kastenstände noch erlaubt, auch wenn die Politik über ihre Abschaffung diskutiert.

Kastenstände: gut für die Ferkel – schlecht für die Säue

Die Kastenstände, enge Gitterkästen, verhindern, dass zu viele der zehn bis zwölf Ferkel eines Wurfs von der Muttersau erdrückt werden. Am Lehr- und Versuchsgut liegt diese Quote derzeit bei acht Prozent. Aber in der konventionellen Landwirtschaft ist es eine wichtige wirtschaftliche Größe, wie viele Ferkel überleben.

Kastenstände als Auslaufmodell

Doch genau hier scheiden sich die Geister: Manfred Gareis, der bis Jahresbeginn Professor am Lehrstuhl für Lebensmittelsicherheit war, fordert, die Kastenstände allmählich abzuschaffen.

"Wir müssen eine moderne Haltungsform darstellen und die Studierenden ausbilden, dass sie das so weitertragen können." Manfred Gareis, ehem. Professor am Lehrstuhl für Lebensmittelsicherheit

Es scheitert am Geld und an der Planung

Den Stall mit den Kastenständen am Gut in Oberschleißheim gibt es seit 2004. Die Fakultät hat bereits beantragt, den Stall durch ein modernes Deckzentrum zu ersetzen. Das kann kann jedoch noch eine Weile dauern, auch aus finanziellen Gründen. Die gesamte Veterinärmedizin der LMU soll in den nächsten Jahren aus der Münchner Innenstadt nach Oberschleißheim umziehen.

Abgeordneter fordert sofortige Schließung der Schweineställe

Paul Knoblach, der tierwohlpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, fordert die sofortige Schließung der Ställe, obwohl sich bei seinem Besuch vor einer Woche in Oberschleißheim die Zustände nicht so schlimm dargestellt hätten wie in der Schilderung der beiden Studentinnen.

Knoblach sieht die Schuld am Gesamtproblem aber nicht bei den Mitarbeitern am Campus, sondern bei der Hochschule und dem Wissenschaftsministerium. Dort hätte man sich frühzeitig darum kümmern müssen, "Wirtschaftlichkeit und Tierwohl in einem zu haben". Das Bayerische Wissenschaftsministerium weist aber in einer kurzen Stellungnahme darauf hin.

"Bislang lagen uns zu dem Fall keine Hinweise vor. Wir gehen diesen aber in Zusammenarbeit mit der Hochschule nach." Stellungsnahme des Bayerischen Wissenschaftsministeriums