BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON
Bildrechte: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON

Winter in Zeiten der Coronavirus Pandemie. (Symbolbild)

15
Per Mail sharen

    Nach Beifall von rechts: Gastronom öffnet Lokal doch nicht

    Eigentlich wollte ein Gastronom vom Tegernsee ein Zeichen setzen. Er wollte sein Bistro öffnen, um seinen Unmut über die Schließungen von Lokalen zu äußern. Für diese Aktion bekam er Beifall – aber aus der falschen Ecke, wie er betont.

    15
    Per Mail sharen
    Von
    • Claudia Kühle

    Als Protest gegen den Corona-Lockdown wollte er sein Bistro in Gmund am Tegernsee am Montag öffnen – nun verzichtet Hans Becker darauf. Die rechte Szene habe die Aktion als Plattform nutzen wollen, davon distanziere er sich ganz klar, sagte der Bistrobetreiber der Deutschen Presse-Agentur. Er wolle "um Gotteswillen keine Reichsfahne vor unserem Café!" Mit der rechten Szene und anderen "unterirdischen Protestakteuren" werde er sich nie solidarisieren.

    Rechte Szene wollte Protestaktion als Plattform nutzen

    Laut Becker hatten bundesweit bekannte Initiatoren aus der rechten Szene und Corona-Leugner dazu aufgerufen, nach Gmund zu kommen und vor dem Bistro zu demonstrieren. "Deren teils sehr verwirrte Ansichten decken sich keinesfalls mit unseren Einstellungen", stellte Becker in einer schriftlichen Erklärung klar. Zudem habe es massive, persönliche Beleidigungen gegeben.

    Gastronom bleibt bei seiner Kritik an Lockdown

    Unzufrieden mit den Corona-Maßnahmen ist der Bistrobetreiber trotzdem, auch wenn er die Existenz des Virus nach eigenem Bekunden nicht leugnet und sich auch an die Hygiene- und Abstandsregeln hält. Doch für Lokalbetreiber und andere Kleinunternehmer sei die Lage katastrophal. Viele Gaststätten hätten viel Geld in Hygienemaßnahmen investiert – in dem Glauben, dass die Politik die richtigen Entscheidungen treffen werde. Die jetzigen Schließungen seien nicht verhältnismäßig.

    Geldstrafe hätte Bistrobetreiber nicht abgeschreckt

    Die Ankündigung, das Lokal trotz des Lockdowns zu öffnen, hatte vorab für Wirbel gesorgt. So hatten die Polizei und das Landratsamt das Gespräch mit dem Betreiber gesucht. Laut Bußgeldkatalog hätte Becker im Falle einer Öffnung eine Strafe von 5.000 Euro gedroht, die er aber nicht hätte zahlen wollen. "Im Zweifel ziehe ich bis zum Europäischen Gerichtshof", hatte er vorab erklärt.

    Auch Sportartikelhändler öffnet wegen Applaus von Rechts doch nicht

    Wegen des Corona-Lockdowns haben Restaurants und ein Großteil der Geschäfte derzeit geschlossen. Zuletzt hatte ein Sportartikelhändler aus Rosenheim angekündigt, seine Läden ab 11. Januar zu öffnen. Nach Zuspruch aus der rechten Szene machte aber auch Udo Siebzehnrübl einen Rückzieher. Er kämpfe für die Rechte der Einzelhändler, sei ein Demokrat und Befürworter einer offenen Diskussion, so der Sporthändler. In rechtes Fahrwasser wolle er nicht gezogen werden.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!