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Nach Aus für Konzerthaus in Nürnberg: Musiker mit Trauermarsch | BR24

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Für Nürnberger Musiker war die Nachricht ein Nackenschlag: Das geplante Konzerthaus in Nürnberg wird nicht gebaut. Dagegen haben sie vor Beginn der Haushaltsberatungen im Stadtrat musikalisch protestiert.

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Nach Aus für Konzerthaus in Nürnberg: Musiker mit Trauermarsch

Für Nürnberger Musiker war die Nachricht ein Nackenschlag: Das geplante Konzerthaus in Nürnberg wird nicht gebaut. Dagegen haben sie vor Beginn der Haushaltsberatungen im Stadtrat musikalisch protestiert.

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Seit fünf Jahren plant die Stadt Nürnberg ein Konzerthaus, das eine bessere Akustik bieten soll als die in die Jahre gekommene Meistersingerhalle. Doch vor zwei Tagen verkündete Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) das vorläufige Aus. Wegen der angespannten Haushaltslage in Corona-Zeiten werden die Pläne für den Konzertsaal auf Eis gelegt. Ein Schock für die Musikerinnen und Musiker der beiden großen Nürnberger Orchester, der Symphoniker und der Philarmoniker.

Musiker spielen Nürnberger Stadträten den Trauermarsch

Als die Stadträte am Morgen auf dem Weg zu den Haushaltsberatungen waren, die wegen der Corona-Pandemie in der Meistersingerhalle stattfinden, bekamen sie denn auch ordentlich den Marsch geblasen. Ein Blechbläserensemble der Nürnberger Staatsphilharmonie spielte einen Trauermarsch. Unterstützt wurde das Ensemble von einer Abordnung der Symphoniker. Die Musiker waren ganz in schwarz gekleidet und hatten einen mannshohen, schwarz-braunen Pappsarg mit der Aufschrift "Konzerthaus" dabei.

Musiker: Meistersingerhalle ist nur Mehrzweckhalle, kein Konzerthaus

"Wir brauchen in der Krise eine Strategie für die Zukunft und keinen Kahlschlag", heißt es in einem Flugblatt, das die Musiker an die Stadträte verteilten. Die Musiker äußerten die Befürchtung, dass das Konzerthaus nicht mehr gebaut werde, wenn die Pläne jetzt für viele Jahre auf Eis gelegt werden. Er sei für den Bau eines Konzerthauses, "damit wir endlich die Chance haben, die Musik zu spielen, die in der Meistersingerhalle nicht möglich ist", sagte der Solo-Oboist an der Staatsphilharmonie, Ralf-Jörn Köster. Und seine Kollegin Julia Horneber ergänzte, "wir haben hier eine Mehrzweckhalle, kein Konzerthaus".

OB König: Konzerthaus Projekt nicht aufgehoben, nur aufgeschoben

Oberbürgermeister Marcus König sagte, dass er den Protest nachvollziehen könne. Er betonte noch einmal, dass das Konzerthaus-Projekt nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben sei. Derzeit müssten die knappen Mittel für andere Dinge eingesetzt werden. Er verwies auf den Bau von neuen Schulen, Kindergärten und Horten, die dringend notwendig seien.

Planungen für Konzertsaal waren schon weit gediehen

Geplant war, dass neben der Meistersingerhalle ein neuer Konzertsaal mit rund 1.500 Plätzen gebaut werden sollte. Die Akustik in der Meistersingerhalle gilt als unbefriedigend. Außerdem muss sie dringend saniert werden. In Nürnberg fehlt daher eine Spielstätte, die auch für international bekannte Orchester attraktiv ist. Die Planungen für den Neubau waren bereits weit fortgeschritten. Die Vorbereitungen für die Baustelle liefen bereits, und auch das Akustikkonzept für den Konzertsaal, der die Form eines großen Schuhkartons haben sollte, wurde bereits geplant. Baubeginn sollte eigentlich 2021 sein.

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