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Attacke nach Streit um Corona-Masken: Busfahrer arbeitsunfähig | BR24

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Wegen eines Streits um Corona-Masken haben mehrere Männer einen Busfahrer in Spiegelau angegriffen und verletzt. Im BR-Interview ist der Mann nach wie vor schockiert über die Tat.

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Attacke nach Streit um Corona-Masken: Busfahrer arbeitsunfähig

Der Busfahrer, der im niederbayerischen Spiegelau im Zuge eines Streits um Corona-Masken attackiert wurde, äußert sich schockiert über die Tat. Mittlerweile ist er auf unbestimmte Zeit krank geschrieben. Gegen die Angreifer wird ermittelt.

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Wegen eines Streits um Corona-Masken haben mehrere Männer einen Busfahrer in Spiegelau im Kreis Freyung-Grafenau angegriffen und verletzt. Im BR-Interview ist der Mann nach wie vor schockiert über die Tat. Gegen die Männer laufen Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung.

Busfahrer: "Fahrgäste hatten Todesangst"

Der Busfahrer hatte am Wochenende die 14-köpfige Männergruppe eines Motorradvereins aufgefordert, Masken im Bus zu tragen. Dem kamen nicht alle nach - sondern sie attackierten ihn sogar.

"Ich habe gedacht: In welcher Welt bin ich jetzt? Das war für mich nur noch Schock." Angegriffener Busfahrer

Zu dem Zeitpunkt der Attacke waren rund 40 andere Menschen im Bus. Auch Urlaubsgäste, um die sich der Busfahrer Sorgen gemacht hat, erzählt er im BR-Interview: "Ich habe gedacht: Hoffentlich greifen sie die nicht an. Die haben Todesangst gehabt und haben gedacht: Die erschlagen mich jetzt".

Angreifer drücken Busfahrer zu Boden

Die alkoholisierten Männer hätten angefangen, den Busfahrer zu beschimpfen und gegen die Türe zu treten. Einige Männer seien dann zur vorderen Tür gegangen, hätten ihn aus dem Bus gezogen und auf den Boden gedrückt. Er konnte sich befreien und wieder in den Bus steigen. Die Männer versuchten daraufhin, ihn aus dem Fahrerfenster zu ziehen.

"Ich habe Kratzer an den Armen, blaue Flecken. Der Rücken ist zerkratzt, Prellungen, Schmerzen am Rücken. Ich bin arbeitsunfähig. Sowas kann man nicht vergessen. Das wird mich länger verfolgen. Von meinen Busfahrerkollegen hat jeder ein mulmiges Gefühl, wenn er im Bus sitzt. Weil er nie weiß, was passiert." Angegriffener Busfahrer
© BR / Martin Gruber

Der Busfahrer zeigt einen blauen Fleck

Maskentragen im Bus ist Pflicht

Der Busfahrer ist nun auf unbestimmte Zeit krank geschrieben. Gegen die Männer laufen Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung, Sachbeschädigung und Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz. Im Interview stellte der Busfahrer klar, dass es Dienstvorschrift sei, darauf zu achten, dass alle Fahrgäste eine Maske tragen. Eine Ausnahme gibt es nur in dem seltenen Fall, wenn jemand ein ärztliches Attest vorlegen kann.

Busfahrer sollen Polizei rufen

Wenn ein Fahrgast keine Maske trägt, wird er vom Fahrer gebeten, eine aufzusetzen. Tut er das nicht, kann der Busfahrer von ihm verlangen, den Bus zu verlassen. Wenn er nicht folgt, sollten Busfahrer die Polizei rufen. Busunternehmen haben festgelegt, dass die Fahrer nicht selbst aktiv eingreifen sollen, damit ihnen nichts passiert, oder es gar zu Handgreiflichkeiten kommt.

Mehrere Busunternehmen haben auf Anfrage des BR-Studios Niederbayern/Oberpfalz mitgeteilt, dass sich die meisten Fahrgäste an die Maskenpflicht in Öffentlichen Verkehrsmitteln halten würden. Ab und zu würden Fahrgäste austesten, ob der Busfahrer es mitbekommt, wenn sie keine Maske aufhaben. Dann würde aber ein kurzer Hinweis genügen und diese Personen setzen ihre Maske auf.

Geldstrafen für Masken-Verweigerer

Manchen Fahrgästen sei jedoch nicht bewusst, dass sie auch an einer Haltestelle, an der sie nah bei anderen Fahrgästen stehen, eine Maske aufsetzen müssen. Andere setzen die Maske nicht vorschriftsgemäß auf, so dass zum Beispiel die Nase nicht bedeckt ist.

Entdeckt die Polizei so etwas, droht ein Bußgeld von 55 Euro. Wer die Maske komplett verweigert, muss mit 250 Euro Strafe rechnen.

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Wegen eines Streits um Corona-Masken haben in Spiegelau mehrere Männer einen Busfahrer angegriffen. Der Busfahrer hatte die Männer zuvor aufgefordert, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Was können Busfahrer bei Maskenverweigerern unternehmen?

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