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Vor mehr als 30 Jahren wurde Klaus Berninger getötet. Noch immer ist der Fall ungelöst.

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Nach ARD-Sendung: 50 neue Hinweise zu Cold Case Klaus Berninger

Klaus Berninger ist seit mehr als 30 Jahren tot. 1990 wurde der damals 16-Jährige aus Wörth am Main umgebracht. Von wem, das ist bis heute ein Rätsel. Neue Erkenntnisse der Ermittler und die ARD-Sendung "Brisant" brachten nun aber neue Hinweise.

Nach der ARD-Sendung "Brisant" am vergangenen Sonntag hat die Polizei etwa 50 neue Hinweise zum Cold Case Klaus Berninger erhalten. Das teilte ein Polizeisprecher am Dienstag in einem Bayern1-Interview mit. "Unser Telefon hat im Minutentakt geklingelt, gerade am Montag nach der Sendung", sagte Polizeisprecher Philipp Hümmer.

In einem Beitrag der ARD-Sendung wurde über den aktuellen Ermittlungsstand in dem Cold Case berichtet. Es geht um den Mord an dem damals 16-jährigen Bäckerlehrling aus Wörth am Main, der mehr als 30 Jahre zurückliegt. Der Fall ist bis heute ungeklärt.

Neue Messer-Fotos veröffentlicht

"Die Ermittler sind zufrieden und haben jetzt wieder neue Ansätze", so der Polizeisprecher. Unter den neuen Hinweisen seien auch welche zu dem Messer, das die Polizei bei einer Suchaktion im Mai 2022 in einem Waldstück in Wörth am Main, also nahe des vermuteten Tatorts, gefunden hat. Am Freitag hatte die Polizei erstmals Fotos des Messers veröffentlicht und um Hinweise gebeten. Die Ermittler wollen vor allem herausfinden, wem dieses Messer gehörte oder wie es an den Platz im Wald kam.

Neue Erkenntnisse erhoffte man sich auch zu der Information, dass Klaus Berninger kurz vor seinem Tod ein Springmesser aus dem Schneider-Katalog bestellt hatte. Auch zu dem Katalog seien Hinweise eingegangen. Das Springmesser selbst ist aber nach wie vor nicht auffindbar. Die Ermittler sind dem Polizeisprecher zufolge weiterhin auf der Suche nach Bestell-Katalogen der Firma Schneider aus den Jahren 1988-1990. Zum gesuchten Springmesser veröffentlichte die Polizei am Freitag noch folgende Informationen: Bestellnummer: 167479 B; Preis: 5,68 D-Mark; Bestelldatum: 02.12.1989.

Inwieweit eines der beiden Messer mit der Tat zusammenhängt, ist aktuell aber noch unklar.

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Das Messer wurde im Zuge der Ermittlungen im "Cold Case" Klaus Berninger in der Nähe des Tatortes gefunden.

Polizei eröffnete Cold Case 2022 wieder

Aufgrund der seither erhaltenen Hinweise führen die Ermittler dem Polizeisprecher zufolge jetzt weitere Vernehmungen durch. Außerdem wartet die Polizei auf Ergebnisse aus Rechtsmedizin in München. Dort werden derzeit weitere Spurenträger untersucht.

Die Polizei hat die Ermittlungen in dem Cold Case im April 2022 wieder aufgenommen. In Folge dessen wurden Anwohner befragt, Fahndungsplakate aufgehängt und das Waldstück bei Wörth am Main durchsucht. "Wir werden weiterhin jeden Stein umdrehen und versuchen, diesen Fall zu klären. Vor allem für die Familie", so Polizeisprecher Philipp Hümmer. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, hat das Bayerische Landeskriminalamt eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt. Zeugen werden gebeten, sich über die kostenfreie Hinweisnummer 0800/1011611 an die Kriminalpolizei Aschaffenburg zu wenden.

Mord vor mehr als 30 Jahren

Der 16-jährige Klaus Berninger aus Wörth am Main war am 20. Dezember 1990 verschwunden. Drei Tage später fanden zwei Spaziergänger morgens seine Leiche in einem Wald nahe der Kleinstadt an der bayerisch-hessischen Landesgrenze. Die Polizei geht davon aus, dass der Jugendliche umgebracht wurde. Nach damaliger Erkenntnis starb der junge Mann durch Gewalteinwirkung mit einem scharfkantigen Werkzeug gegen den Hals.

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Mit diesem Fahnungsplakat versucht die Polizei den Mord an Klaus Berninger auzuklären

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