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Nach Aiwangers Angriff auf Grüne: Scharfe Reaktionen im Netz | BR24

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CSU-Parteichef Söder griff beim Gillamoos in Abensberg besonders die AfD an. "Franz Josef Strauß hätte die AfD aufs Messer bekämpft und genau das machen wir auch", sagt er. Freie-Wähler-Chef Aiwanger hatte es vor allem auf die Grünen abgesehen.

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Nach Aiwangers Angriff auf Grüne: Scharfe Reaktionen im Netz

Er hatte Grünen-Politiker unter anderem als Mitglieder einer "Kifferpartei" bezeichnet: Nach seinem Auftritt auf dem Gillamoos erntet Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger viel Ablehnung in den sozialen Netzwerken.

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Bei seiner Kritik an den Oppositionsparteien auf dem politischen Gillamoos in Abensberg hatte es Hubert Aiwanger gestern vor allem auf die Grünen abgesehen: "Wir müssen die grüne Ideologie stoppen, bevor die noch mehr Unheil anrichten", so der Freie-Wähler-Chef. Politiker der Grünen nannte Aiwanger "Großstadt-Ökologen" und Mitglieder einer "Kifferpartei", die häufig noch nie eine echte Sau gesehen hätten, "höchstens ein Marzipanschweinchen".

Polemik oder "wahre Worte"?

Unter dem BR24-Facebook-Post zu Aiwangers Auftritt finden sich vor allem kritische Kommentare: Georg Hahn etwa findet die Aussagen selbst "für ein Bierzelt ganz schön daneben". Peter Panda gibt den Vorwurf an Aiwanger zurück: "Muss man sich ausgerechnet von Volksvertretern sagen lassen, die bei jedem Oktoberfest die Ethanol-Krüge in die Höhe reißen und 'O zapft is' brüllen ...". Für Elisabeth Uschold Meier sind Aiwangers Worte "zum Fremdschämen". Stefan Kästel empfiehlt Aiwanger, "das Gemeinsame wahrzunehmen und zusammen die Zukunft zu gestalten. Zusammenführen statt spalten wird zukünftige Politik erfolgreich machen." Hans Hanusch "schämt sich, ein Bayer zu sein, wenn ein stellvertretender Ministerpräsident so an polemischen Käs daherredet".

Für Aiwangers Aussagen gibt es bei Facebook aber auch Lob: Günther Schoberth Schwingenstein schreibt: "Wahre Worte!!! Hut ab, die Partei wird mir immer sympathischer." Helmut Bremersmann findet den Angriff auf die Grünen "Nur geil". Und Josef Miehling sieht gar Parallelen zu einem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten: "Klingt wie Franz Josef Strauß 👍👍👍👍".

Aiwanger kritisiert Enteignungsdebatte

Mit Blick auf den Berliner Mietpreisdeckel und die Forderung von Juso-Chef Kevin Kühnert nach einer Kollektivierung von Großunternehmen wie BMW sagte Aiwanger auf dem Gillamoos: "Es ist unakzeptabel, wenn Rot-Grün für Enteignung von Firmenbesitz ist, für Enteignungen, wenn jemand mehr Wohnungen hat […], selber aber noch nie zwei Steine aufeinandergesetzt hat, nur studiert hat und dann abgebrochen hat und selber noch nie Dreck unter dem Fingernagel gehabt hat, höchstens gelbe Fingernägel vom Kiffen".

"Gelbe Finger nur von Zigaretten"

Einige User warfen Aiwanger fachliche Fehler in Sachen Kiffen vor, so zum Beispiel Valentin M. Kuby: "In welcher Welt macht Kiffen bitte die Finger gelb?". May-Li Langer weist darauf hin: "Gelbe Finger bekommt man vom Zigaretten rauchen ... ein exzessiver Kiffer nutzt wohl eher die Bong und das einzige was da gelb wird, ist das Wasser."

Frank Lufft findet: "Die ersten 80 Prozent der Aussage sind ok." Allerdings fühlt er sich von Aiwanger diffamiert: "Dass man seit 30 Jahren ununterbrochen arbeiten geht, davon noch sechs Jahre der Landesverteidigung gedient hat, das bemängeln Typen wie er nicht. Wenn man zur Entspannung aber mal einen Dampfen möchte, da ist man Assi, Penner, Aussätziger oder gar Verbrecher. Super."

Anbiederung an bildungsferne Schichten?

BR24-User Wolfgang Hugo Hartung sieht vor allem Aiwangers abwertende Bemerkung gegenüber Menschen mit Studium kritisch. Er wirft Aiwanger auf Facebook das "Anbiedern an bildungsferne Schichten vor". Er selbst arbeite in der Produktentwicklung und habe "auch noch keine zwei Steine aufeinandergesetzt". Seine Patente seien aber nicht dadurch entstanden, dass sein Arbeitspensum geringer gewesen sei, als das von Aiwanger.

Maximilian Ruta spricht von einer "billigen Masche" und wirft dem Freien-Wähler-Chef und bayerischen Wirtschaftsminister vor, Angst von Leuten zu schüren, die jetzt glaubten, dass Ihr Haus enteignet werde. "Es geht um die großen Immobilienkonzerne mit tausenden von Wohnungen die Mieter auspressen. Und nein: So einen Reichtum kann man nicht durch eigene Arbeit erreichen."

Enteignungen auch durch konservative Parteien

Michael Jungnickl empfiehlt Aiwanger, das Grundgesetz oder das Baugesetzbuch zu lesen. Dort seien Enteignungen schließlich möglich. "Wenn sie gegen Enteignungen sind, warum ändern sie dann nicht die Gesetze? Lassen sie es nicht mehr zu, dass man seinen Grund für eine Straße, sein Waldstück für einen Feldweg teilweise abtreten muss."

Stefan Buscher lässt den Angriff auf Rot-Grün nicht gelten und schreibt: "Wer da behauptet die hätten noch nie zwei Steine aufeinander gesetzt, ist ein totaler Polemiker oder ein skrupelloser Immobilienlobbyist". Peter Gruber stellt fest, dass Enteignungen keine "Domäne linker Parteien" seien, sondern vielmehr "bei Tage- oder Straßenbau in erster Linie unter der Ägide konservativer Parteien" stattgefunden hätten.

Unterstützung bekommt Aiwanger von Lissi. Sie ist froh über die klaren Worte: "Endlich mal einer, der den Mund aufmacht gegen solch blödsinnige Vorschläge. Leute, die nicht von 5 vor 12 bis Mittag denken können, haben in der Politik eigentlich nichts verloren, sind eher gefährlich ...."