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Nach Abschiebung: Betroffenheit an der FOS/BOS Marktheidenfeld | BR24

© Patrick Obrusnik/BR-Mainfranken

Rund 100 Schüler der Fach- und Berufsoberschule Marktheidenfeld haben in der Pause für ihren ehemaligen Mitschüler demonstriert. Ein 24-jähriger Afghane war in sein Heimatland abgeschoben worden. Schüler und Lehrer wurden darüber nicht informiert.

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Nach Abschiebung: Betroffenheit an der FOS/BOS Marktheidenfeld

Rund 100 Schüler der Fach- und Berufsoberschule Marktheidenfeld haben in der Pause für ihren ehemaligen Mitschüler demonstriert. Ein 24-jähriger Afghane war in sein Heimatland abgeschoben worden. Schüler und Lehrer wurden darüber nicht informiert.

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Till Wachholz, der Sprecher der Schülermitverwaltung, lud seine Mitschüler ein, sich an der Solidaritätsdemonstration für den Afghanen Murtaza Azizi zu beteiligen. Rund 100 Schüler der Fach- und Berufsoberschule Marktheidenfeld waren dem Aufruf gefolgt. Sie versammelten sich schweigend und hielten Transparente mit den Aufschriften "Wo ist Murtaza?" oder "Afghanistan ist kein sicheres Land!" hoch. Schulleiter Gerd Dobesch hatte die stille Demonstration auf dem Pausenhof genehmigt. Er selbst und das Lehrerkollegium wären von der Abschiebung völlig überrascht worden.

Verwaltungsgericht sieht Abschiebung als rechtens an

Die Regierung von Unterfranken erklärt auf Nachfrage, der 24-Jährige sei abgeschoben worden, weil eine Ausbildung zum Pflegefachhelfer beendet wurde. Der Afghane habe nicht gut genug Deutsch gesprochen. Dass Murtaza Azizi die Berufsintegrationsklasse in Marktheidenfeld besuchte, war der zentralen Ausländerbehörde nicht bekannt. Der Besuch einer solchen Klasse stehe einer Abschiebung aber auch nicht entgegen. Das Verwaltungsgericht Würzburg habe den Antrag auf Unzulässigerklärung der Abschiebung am Tag der Abschiebung abgelehnt.

Hintergrund

Der junge Afghane war seit Ende März 2018 ausreisepflichtig. Alle gerichtlichen Rechtsbehelfe bis zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gegen die ablehnende Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge von Juli 2016 blieben ohne Erfolg. Die Ausbildung zum Pflegefachhelfer an der Berufsschule für Altenpflege Würzburg endete im Oktober 2018, weil der Geflüchtete nicht die erforderliche Qualifikation hatte. Der Afghane wurde daraufhin von der Schule abgemeldet.