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Klassik Open Air (Archiv)

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    Nach Absage des Klassik Open Air: Orchester kritisieren Söder

    Nach der Absage der Klassik Open Air-Konzerte in Nürnberg haben die beiden betroffenen Orchester die Entscheidung scharf kritisiert. In einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) drücken sie ihr "absolutes Unverständnis" aus.

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    Von
    • Michael Reiner
    • Jonas Miller

    Die Vorstände zweier Nürnberger Orchester sind nach der Absage der Klassik Open Air-Konzerte in Nürnberg stocksauer. In einem offenen Brief, den sie neben Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auch an Kulturminister Bernd Sibler (CSU) adressiert haben, drücken die Orchestervorstände ihr "absolutes Unverständnis" darüber aus, dass die Konzerte am 24. und 25. Juli sowie am 7. August nicht stattfinden dürfen. Die Stadt Nürnberg hatte für das Klassik Open Air sowie das Festival Stars im Luitpoldhain in München eine Sondergenehmigung beantragt, um mehr Zuschauerinnen und Zuschauer zulassen zu dürfen.

    Fußballspiele erlaubt – Konzerte verboten

    Es sei eine "niederschmetternde Erfahrung, denn es hindert uns nachhaltig, den lang ersehnten und dringend notwendigen Kontakt zu unserem Publikum wiederaufzubauen", heißt es in dem Schreiben, das dem BR vorliegt. Die Orchestervorstände der Staatsphilharmonie Nürnberg und der Nürnberger Symphoniker ziehen einen Vergleich zu den Fußballspielen, die jüngst zur Europameisterschaft in der Münchner Arena mit 14.500 Zuschauern erlaubt worden waren.

    Jeder Zuschauer hätte 7 qm Platz gehabt

    Es werde mit zweierlei Maß gemessen, heißt es in dem Brief. Nach dem Hygienekonzept der Stadt Nürnberg hätten sich auf dem komplett umzäunten Luitpoldhain maximal 8.000 Menschen versammeln dürfen. Jeder einzelne Besucher hätte demnach nach Berechnung der Musiker knapp sieben Quadratmeter Platz gehabt. Im Stadion sei dieser Wert lediglich bei 2,6 Quadratmetern gelegen. Die Orchestervorstände vermissen die Suche nach einer individuellen Lösung für Nürnberg und stellen die Frage, ob Sport bei der Staatsregierung eine bessere Lobby als Musik und Kultur habe.

    Nur 1.500 Gäste wären zugelassen worden

    Die Stadt Nürnberg hatte die Open Air-Konzerte, zu denen normalerweise jeweils bis zu 80.000 Zuhörerinnen und Zuhörer kamen, in der vergangenen Woche abgesagt. Statt der geplanten 8.000 Gäste waren maximal 1.500 Zuschauer von den zuständigen Ordnungsbehörden erlaubt worden. Unter diesen Voraussetzungen sei ein Kulturfest für alle Nürnbergerinnen und Nürnberger nicht möglich, begründete die Stadt Nürnberg die Absage.

    Oberbürgermeister Marcus König bedauert Absage

    Denn dies konterkariere den Charakter der Konzerte als Kulturfest, das allen Nürnbergerinnen und Nürnbergern offen stehe, hieß es in einer Mitteilung der Stadt zur Absage. "Wir haben uns zum Schutz aller schweren Herzens dazu entschieden, die Open-Air-Konzerte in das Jahr 2022 zu vertagen", sagte Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) vor wenigen Tagen.

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