Mehrere Neugeborene liegen nebeneinander
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Mehrere Neugeborene liegen nebeneinander (Symbolbild)

  • Artikel mit Audio-Inhalten
>

Nach 18.700 Babys: Aus für Geburtshilfe Bobingen

Nach 18.700 Babys: Aus für Geburtshilfe Bobingen

Wie angekündigt, schließen die Wertachkliniken mit dem letzten Tag im September ihre Geburtshilfe in Bobingen. Der kommunale Krankenhausbetrieb erklärt, Klinik und Stadt hätten "alles versucht", ausschlaggebend sei aber der Fachkräftemangel gewesen.

Die Geburtshilfe im Bobinger Krankenhaus war die letzte im südlichen Landkreis Augsburg. Ab diesem Wochenende können Schwangere zur Entbindung auch dort nicht mehr hin, denn die Geburtshilfe in Bobingen schließt. Der Grund: Personalmangel.

Bereitschaftsdienst und Haftpflichtversicherung

Zwei der drei bisher tätigen Belegärzte hatten erklärt, dass sie ihre Tätigkeit einstellen wollen. Ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst müsse aber "auf mehrere Schultern verteilt werden", so der verbliebene Gynäkologe, Octavian Duma. Er beklagt zudem die steigenden Beiträge für die Haftpflichtversicherung, die ein niedergelassener Arzt sich "irgendwann nicht mehr leisten" könne.

Hoffen auf Geburtshaus – und auf ein ganz neues Krankenhaus

Mehr als 18.700 Geburten sind im Bobinger Krankenhaus dokumentiert. Jetzt aber haben Schwangere vom Lechfeld und in den Westlichen Wäldern zunächst nur die Möglichkeit, nach weiter Anfahrt in einer der Augsburger Kliniken zu entbinden.

Auf längere Sicht gibt es zwei Perspektiven: Zum einen ein Geburtshaus in den Räumen der Wertachkliniken in Bobingen oder Schwabmünchen.

Dass eine von Hebammen organisierte Geburtshilfe funktionieren kann, will nun ab dem 1. Oktober Dillingen zeigen. Eine Besonderheit dort: Während in einem Geburtshaus die ärztliche Betreuung durch einen Gynäkologen fehlt, sieht das Modell in Dillingen vor, dass die Geburten zwar im Regelfall ohne Arzt ablaufen, dieser aber verfügbar ist, sollte er gebraucht werden, etwa weil es zu Komplikationen kommt.

Zum anderen nennen Klinikvorstand Martin Gösele und der Bobinger Bürgermeister Klaus Förster einen Klinik-Neubau im südlichen Landkreis Augsburg als Ziel.

Ärzte fürchten weiteres Klinik-Schrumpfen

Ein neues Krankenhaus würde nicht nur die beiden Klinik-Standorte in Bobingen und Schwabmünchen ersetzen, sondern - so glauben die Verantwortlichen - auch die Schließung weiterer Abteilungen verhindern. Im besten Fall hätte ein vollkommen neuer Klinik-Standort dann auch wieder eine Geburtshilfe, für viele Schwangere dann hoffentlich in der Nähe ihres Wohnorts.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!