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Mutter aus Heroldsberg: Wie es sich in Corona-Quarantäne lebt | BR24

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Daniela Mailänder aus Heroldsberg bei Nürnberg saß mit einem Corona-Infizierten im Auto. Sie gilt als "Kontaktperson 1". Von einem Kongress aus Karlsruhe ging es deshalb nicht nach Hause, sondern erst Mal in Quarantäne. Jetzt sprach sie mit BR24.

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Mutter aus Heroldsberg: Wie es sich in Corona-Quarantäne lebt

Daniela Mailänder ist "Kontaktperson 1": Sie war in nächster Umgebung zu einem Corona-Infizierten. Deshalb lebt sie derzeit in Quarantäne - getrennt von ihren Kindern. "Phasenweise bin ich schon frustriert", erzählt sie im BR-Interview.

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Daniela Mailänder aus Heroldsberg im Landkreis Erlangen-Höchstadt hat an einem dreitägigen Kongress in Karlsruhe teilgenommen. Wie sie erst später erfahren hat, stand sie dort in direktem Kontakt zu einem mit dem neuartigen Virus Sars-CoV-2 infizierten Kollegen: "Ich habe ihn begrüßt, wir haben uns unterhalten, wir saßen miteinander im Auto, wir haben miteinander vom selben Buffet gegessen",sagt Mailänder. Obwohl ein Test auf das Coronavirus bei ihr negativ ausgefallen ist, muss sie seither in Quarantäne leben. Denn das Test-Ergebnis sei mit Vorsicht zu genießen, teilte ihr das Gesundheitsamt mit. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zu ersten Symptomen, könne bis zu 14 Tagen betragen.

Fester Tagesablauf sorgt für Struktur

Die Quarantäne verbringt sie in Nachbarschaft zu ihrem Heimatlandkreis in einer Wohnung ihrer Tante, die zufällig leer stand. Die Zeit alleine lasse sich ganz gut aushalten, so Mailänder. Sie arbeite sonst auch ganz viel im Home-Office und das könne sie hier mit ihrem Rechner auch machen. Außerdem lese sie viel und habe sich eine feste Tagesstruktur überlegt, mit Sport, Gebet und kurzen Ausflügen auf die Terasse: "Je mehr ich motze oder das doof finde, desto schwieriger wird es am Schluss. Deshalb versuche ich es positiv zu sehen und aktiv anzugehen."

Per Tablet am Esstisch mit dabei

Der "Wermutstropfen" sei jedoch, dass sie nicht bei ihrer Familie sein könne. Mailänder ist Mutter von drei Kindern im Alter von zwei, sechs und acht Jahren. Die müssen derzeit ohne sie auskommen. Per Computer versucht sie dennoch Kontakt zu halten: "Per Tablet bin ich dann quasi bei den Mahlzeiten mit anwesend und ich bringe die Abends ins Bett und erzähle denen gerade eine fortlaufende Geschichte. Das mindert das so ein bisschen", erzählt Mailänder im BR24-Interview. Deshalb sei sie "phasenweise schon ein bisschen frustriert".

Keine direkten Kontakte zu anderen erlaubt

Direkten Kontakt zu Menschen dürfe sie derzeit nicht haben. Daher kann Mailänder die Wohnung auch nicht verlassen. Sie halte sich auch an diese Vorgaben, das sage ihr schon der gesunde Menschenverstand. Versorgt werde sie von ihren Eltern, die ihr das Essen und alles nötige vor die Türe stellen würden. "Wir unterhalten uns auch, durch das Fenster - oder mit drei Metern Sicherheitsabstand an der frischen Luft", erzählt Mailänder.

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