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Der Angeklagte und dessen Anwalt am ersten Prozesstag vor dem Landgericht Deggendorf

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    Mutter auf Parkplatz erstochen: Anklage fordert lebenslänglich

    Vor dem Landgericht Deggendorf sind heute die Plädoyers im Fall einer erstochenen jungen Mutter gehalten worden. Geht es nach der Staatsanwaltschaft, muss der Angeklagte lebenslang in Haft. Dessen Anwalt forderte zehn Jahre wegen Totschlags.

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    Von
    • BR24 Redaktion

    Lebenslang für den tödlichen Messerangriff auf eine 20-jährige Frau in Plattling im Kreis Deggendorf. Das hat die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Deggendorf heute gefordert. Sie sieht es als erwiesen an, dass der Angeklagte seine Lebensgefährtin ermordete. Der Verteidiger des Afghanen plädierte auf eine zehnjährige Haftstrafe wegen Totschlags.

    Anklage stellt Handeln aus niedrigen Beweggründen fest

    Die Staatsanwaltschaft sieht den Angaben nach die Mordmerkmale Grausamkeit und Handeln aus niedrigen Beweggründen als gegeben an. Vor dem Landgericht forderte der Ankläger in seinem Plädoyer zudem die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, wie ein Justizsprecher mitteilte. Das könnte die Aussetzung einer lebenslangen Haftstrafe nach 15 Jahren zur Bewährung verhindern.

    Messerattacke auf Plattlinger Parkplatz

    Der Mann soll die 20-Jährige vergangenen August auf einem Supermarkt-Parkplatz in Plattling erstochen haben - vor den Augen des gemeinsamen, damals acht Monate alten Kindes. Die Frau hatte sich den Erkenntnissen nach von dem Mann trennen wollen und ihn für ein Gespräch in der Imbissbude auf dem Parkplatz aufgesucht, wo der Mann arbeitete. Er attackierte sie der Anklage nach mit einem Küchenmesser. Sie konnte demnach noch in ihr Auto fliehen, wo der Mann weiter auf sie einstach. Die 20-Jährige starb am Tatort.

    Angeklagter legt Geständnis ab

    Zum Prozessauftakt im Februar hatte sich der Angeklagte reumütig gezeigt. Er erklärte in der mehrstündigen Verhandlung unter Tränen, er schäme sich "unendlich". Außerdem versuchte er, die Hintergründe der Tat zu erklären. Dabei ging er auch auf seine persönliche Lebensgeschichte ein: Er sei von Afghanistan nach Deutschland gekommen, fühle sich seitdem alleine und leide unter Depressionen. Zur Tatzeit im August 2020 sei er alkoholisiert gewesen. "Das Gericht soll mir eine Strafe geben, die ich verdient habe. Ich habe aber einen Wunsch: Dass Sie mir eine Chance geben", so der Angeklagte Anfang Februar. Das Urteil wird am Dienstag erwartet.

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