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Mutmaßlicher Luchs-Wilderer steht in Cham vor Gericht | BR24

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Weil er einen Luchs in einer Lebendfalle gefangen und dann erschossen haben soll, muss sich ab Donnerstag ein 53 Jahre alter Jäger aus dem Bayerischen Wald vor dem Amtsgericht Cham verantworten.

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Mutmaßlicher Luchs-Wilderer steht in Cham vor Gericht

Ein 53 Jahre alter Jäger muss sich wegen Wilderei vor dem Amtsgericht Cham verantworten. Mit einer Metallbox soll er einen Luchs gefangen und anschließend erschossen haben. Auch verbotene Waffen fand die Polizei bereits früher bei dem Mann.

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Weil er einen Luchs in einer Lebendfalle gefangen und dann erschossen haben soll, muss sich ab Donnerstag ein 53 Jahre alter Jäger aus dem Bayerischen Wald vor dem Amtsgericht Cham verantworten. Die Tat soll sich laut Staatsanwaltschaft zwischen 2014 und 2016 ereignet haben.

Wilderei nur selten vor Gericht

Der Angeklagte soll die Lebendfalle, eine Metallbox, in seinem eigenen Jagdrevier aufgestellt und mit Zweigen getarnt haben. Nachdem das Tier gefangen war, soll er es mit einem Schuss aus einer Kurzwaffe getötet haben. Wilderer-Fälle werden eher selten angeklagt. Mit größter Aufmerksamkeit beobachtet deshalb auch der Landesjagdverband das Verfahren in Cham, wie Eric Imm, der Naturschutzreferent des Verbandes bestätigt: "Umso größer ist unser Interesse, dass es hier zu einem Gerichtsfall kommt und – falls die Beweise ausreichen - auch zu einer Verurteilung. Nur dann können wir uns von solchen Leuten trennen."

Abgetrennte Luchspfoten

In den Jahren vor 2016 hatte es im Bayerischen Wald eine ganze Serie von Luchstötungen gegeben. Der krasseste Fall ereignete sich im Mai 2015. Damals wurden im Lamer Winkel vier abgetrennte Luchspfoten gefunden. Die Polizei intensivierte daraufhin ihre Ermittlungen. So kamen die Beamten schließlich dem 53-Jährigen auf die Spur. Die Polizei hatte ihn zeitweilig im Verdacht, noch weitere Luchse und sogar einen Wolf erlegt zu haben. Beweisen ließen sich dem Mann jedoch keine weiteren Taten.

Polizei findet verbotene Waffen

Bei einer Hausdurchsuchung im Dezember 2016 fand die Polizei ein illegales Nachtzielgerät für Jagdgewehre und einen ebenfalls verbotenen Wurfstern. Deswegen ist der 53-Jährige nicht nur wegen eines Vergehens gegen das Bundesnaturschutzgesetz, sondern auch wegen illegalen Waffenbesitzes angeklagt.

Der Prozess könnte nach Auskunft des Amtsgerichts Cham bereits am Donnerstag mit einem Urteil zu Ende gehen.