Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Muss ein Arbeitnehmer Rassismus am Arbeitsplatz dulden? | BR24

© BR

Prozess am Landesarbeitsgericht in München: Muss ein Arbeitnehmer Rassismus am Arbeitsplatz dulden?

29
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Muss ein Arbeitnehmer Rassismus am Arbeitsplatz dulden?

Ein Leiharbeiter beschwert sich über einen Vorarbeiter, der sich rassistisch äußert. Der Leiharbeiter wird entlassen. Er wehrt sich erfolgreich vor Gericht – doch die Zeitarbeitsfirma geht in Berufung. Heute ist Prozessauftakt in München.

29
Per Mail sharen
Teilen

Am Landesarbeitsgericht München beginnt heute der Berufungsprozess um die Kündigung eines Leiharbeiters. Der Mann aus Dresden war als Zeitarbeiter bei BMW eingesetzt und wurde während der Probezeit entlassen. Er hatte sich gegen rassistische Äußerungen eines Vorarbeiters gewendet.

Leiharbeiter schaltete auch Betriebsrat ein

Der Leiharbeiter hatte sich beim Meister und beim Abteilungsleiter über die groben Beleidigungen anderer Mitarbeiter und Kunden beschwert und außerdem den Betriebsrat bei BMW eingeschaltet.

Entlassung wegen "schlechter Arbeitsleistung"

Laut der Gewerkschaft Verdi unterstützten ihn jedoch weder die Verantwortlichen bei BMW noch die Leiharbeitsfirma. Stattdessen wurde er von BMW nicht weiter beschäftigt und auch bei der Zeitarbeitsfirma entlassen. Die Unternehmen begründeten dies mit schlechter Arbeitsleistung und fehlendem Vertrauen.

Klage des Leiharbeiters erfolgreich

Der Leiharbeiter und Verdi klagten dagegen erfolgreich. Das Arbeitsgericht München gab ihnen Anfang März recht: Die Kündigung sei unwirksam. Ein Arbeitnehmer müsse ein von rassistischen Beleidigungen geprägtes Arbeitsumfeld nicht hinnehmen.

Leiharbeitsfirma geht in Berufung

Nun geht die Leiharbeitsfirma in Berufung. Prozessauftakt ist am Dienstag vor dem Landesarbeitsgericht in München.