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Musikkapelle verlegt Proben wegen Corona auf Sportplatz | BR24

© BR/Viktoria Wagensommer

Wegen Corona ist die Musikkapelle Niedersonthofen zum Proben auf den Sportplatz ausgewichen. Hier haben alle genug Platz und der Mindestabstand von zwei Metern kann eingehalten werden.

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Musikkapelle verlegt Proben wegen Corona auf Sportplatz

Sommer, Feste, Live-Musik. Wäre da nicht Corona. Da heißt es für die Musiker: Proben nur mit zwei Metern Mindestabstand. Macht bei den 40 Musikanten der Musikkapelle Niedersonthofen rund 100 Quadratmeter. Sie haben die Probe daher kurzerhand verlegt.

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Der Sommer ist normalerweise die Zeit der Feste: Hochzeiten, Straßen- und Bierfeste. Wer in einer Musikkapelle spielt, hat dann alle Hände voll zu tun. Denn was wäre ein Fest ohne passende Musik? Dieses Jahr ist wegen Corona alles anders: Bis Anfang Juni waren nicht einmal Proben erlaubt.

Proben auf dem Sportplatz – mit vorgeschriebenem Abstand

Jetzt können Musiker wieder proben, allerdings mit zwei Metern Mindestabstand. Eine 40-köpfige Kapelle wie zum Beispiel in Niedersonthofen im Allgäu bräuchte also ganz schön viel Platz. Die Musiker haben sich deshalb gestern Abend auf dem Sportplatz versammelt. Die Stühle stehen mit zwei Meter Abstand auf dem Rasen. Jeder hat seinen eigenen Notenständer.

Bei schlechtem Wetter in den großen Saal einer Wirtschaft

Ungewohnt – trotzdem freuen sich alle über die Probe. Viele haben das gemeinsame Musizieren und das Beisammensein in den vergangenen Monaten vermisst. Vergangene Woche war die erste Probe, an der wieder alle teilnehmen konnten. Das Wetter war schlecht, deshalb mussten die Musiker dafür extra den Saal der Wirtschaft "Krone" leerräumen.

Musikheim für ganze Kapelle zu klein

Ins Musikheim passen höchstens 13 Musiker. Immer in Kleingruppen zu proben, das ist für die Kapelle keine Lösung, sagt Vorstand Max Kuhn. Denn für eine im September geplante Hochzeit will man gut vorbereitet sein: "Dieser eine Auftritt ist unsere einzige Hoffnung für 2020. Wenn jemand Musikant ist, auch wenn es ein Hobby ist – das fehlt wahnsinnig."

Fußballer nebenan trainieren trotz Corona wieder wie gehabt

Nebenan trainiert auf dem Sportplatz die Fußballmannschaft. Vorstand Max Kuhn gönnt es den Sportlern, dass sie jetzt wieder normal trainieren dürfen. Verstehen kann er es aber nicht ganz: "Die umarmen sich auch, wenn sie ein Tor schießen. Wir Musikanten müssen nach wie vor zwei Meter auseinander sitzen. Das Gesundheitsamt sagt, dass Corona über die Aerosole, die aus den Instrumenten kommen, übertragen wird. Aber das ist auch über eine Tröpfcheninfektion möglich."

Ohne Auftritte stehen die Musiker ohne Einnahmen da

Wenn weiterhin Auftritte und die damit verbundenen Spendengelder ausbleiben, dann kommt der Verein in Geldnöte. Denn die Stromkosten im Musikheim, Instrumente für Jungmusiker, Reparaturen an den Trachtem der Musiker, all das muss trotzdem bezahlt werden und mit den 1.000 Euro Corona-Soforthilfe kommt er nicht weit, sagt Vorstand Max Kuhn.

Wenigstens bei den Proben: Kapelle hat wieder Publikum

Die Musiker haben bei der Probe mit den zwei Metern Mindestabstand zu kämpfen: "Der Nachbar fehlt einem schon. Da kommt schon der ein oder andere schiefe Ton raus." Den Zuhörern, die sich am Sportplatz versammelt haben, fällt das nicht auf. Immer mehr kommen aus ihren Häusern und genießen die erste Blasmusik seit Monaten. Gut möglich, dass die Niedersonthofener der Kapelle in den kommenden Wochen auf dem Sportplatz öfter zuhören können. Denn auch die Musiker freut es, dass sie nach so langer Zeit endlich mal wieder ein Publikum haben – wenn auch ein kleines.