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Musiker Angelo Kelly in Haßfurt zu Geldbuße verurteilt

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Musiker Angelo Kelly in Haßfurt zu Geldbuße verurteilt

Weil er seinen vierjährigen Sohn William bei einem Konzert auf die Bühne geholt hat, wurde Angelo Kelly vom Amtsgericht Haßfurt zu einer Geldbuße von 3.000 Euro verurteilt. Das Gericht sah darin einen Verstoß gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz.

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Von
  • Norbert Steiche

Angelo Kelly ist bekannt durch die Großfamilien-Musikgruppe Kelly Family. Mittlerweile hat Angelo Kelly eine eigene Familie gegründet und macht auch mit seiner Frau und seinen Kindern gemeinsam Musik. Genau das hat ihm jetzt einen Gerichtsprozess in Unterfranken eingehandelt - wegen Verstoßes gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz. Am Amtsgericht Haßfurt wurde der Fall verhandelt und entschieden: Angelo Kelly muss eine Geldbuße in Höhe von 3.000 Euro zahlen.

Angelo Kelly mit vierjährigem Sohn auf der Bühne

Anstoß für den Prozess war ein Konzert des Musikers im Juli 2019 auf Schloss Eyrichshof nahe Ebern im Landkreis Haßberge. Dort hatte Angelo Kelly seinen vierjährigen Sohn William auf der Bühne mitspielen lassen. Bei dem Konzert in Unterfranken, wie auch bei anderen Konzerten, hatte der Musiker seinen Sohn auf der Bühne unter anderem mit einem eigenen solo Lied präsentiert und auch auf Plakaten mit seinem kleinen Sohn geworben. Daher hatte die Regierung von Unterfranken ein Bußgeld in Höhe von 5.000 Euro erlassen.

Ähnliche Verstöße in der Vergangenheit

Kelly weigerte sich jedoch zu zahlen, deshalb ging der Fall vor Gericht. Wegen ähnlicher Verstöße hatte Kelly bereits in der Vergangenheit Anzeigen erhalten. Der Vorsitzende Richter sagte in der Urteilsbegründung, dass der Fall ein "Paradebeispiel für einen Verstoß gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz" sei. Der Vierjährige habe 30 Minuten auf der Bühne gestanden und sei mit einem eigenen Lied aufgetreten. Sein Vater Angelo sei hier "Sorgeberechtigter und Arbeitgeber" gewesen. Der Auftritt sei auch keine "geringfügige Hilfeleistung" gewesen, weil das Kind selbst ein Lied gespielt habe. Ein Arbeitsvertrag sei dafür nicht nötig gewesen.

Keine Ausnahmegenehmigung

Eine Ausnahmegenehmigung habe es für den Auftritt des Kindes nicht gegeben. Laut dem Vorsitzenden Richter hatte das Bayerische Sozialministerium bei Bekanntwerden der Werbung vor dem Konzert Angelo Kelly auf einen möglichen Verstoß gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz hingewiesen. Gleichzeitig seien die Gewerbeaufsichtsämter informiert worden.

Angelo Kelly war bei der Urteilsverkündung nicht vor Ort. Er ließ sich durch einen Anwalt vertreten. Der hatte nach eigenen Worten im Vorfeld die Einstellung des Verfahrens beantragt. Gegen das Urteil können noch Rechtsmittel eingelegt werden.

Sohn der berühmten Kelly Family

Angelo Kelly wurde als jüngstes Mitglied der Kelly Family bekannt, die ab Mitte der Neunziger mit mehr als 20 Millionen verkauften Tonträgern zu den kommerziell erfolgreichsten Interpreten in Europa gehörte. Die Band setzt sich aus Mitgliedern der Großfamilie Kelly zusammen, mit teilweise bis zu neun Mitgliedern. Anfangs verdiente die Kelly Family ihr Geld mit Straßenmusik, bis sie den Weg auf die großen Bühnen fand. Viele Jahre lang lebte die Kelly Family gemeinsam auf einem Hausboot, dass in der Nähe von Köln vor Anker lag. Inzwischen ist das Hausboot ein Museumsstück im Technikmuseum Speyer.

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