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Museen der Stadt Landshut wehren sich gegen Vorwürfe | BR24

© BR/Wenleder Andreas

Die Museen der Stadt Landshut kämpfen derzeit um ihren Ruf. Eine Tageszeitung behauptete, es seien Ausstellungsgegenstände verschwunden oder "vergammelten" in Depots.

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Museen der Stadt Landshut wehren sich gegen Vorwürfe

Die Museen der Stadt Landshut kämpfen derzeit um ihren Ruf. Der Grund: In letzter Zeit sind schwere Vorwürfe gegen die Museumsleitung erhoben worden. Unter anderem sollen Ausstellungsgegenstände verschwunden sein.

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Eine örtliche Zeitung hatte den Museen der Stadt Landshut Mitte Oktober vorgeworfen, dass Ausstellungsgegenstände verschwunden seien und im Depot archäologische Exponate "vergammeln" würden. Dagegen wehren sich nun die Museen und luden den Bayerischen Rundfunk zur Besichtigung vor Ort ein.

Restauratorin wehrt sich gegen Vorwürfe

Im Museums-Depot im Landshuter Herzogsschlössl lagern alte Waffen und Musikinstrumente, Silberarbeiten, Gemälde, bunte Keramik sowie kunsthistorisch wertvolle Heiligenfiguren. Nach Aussage von Anette Klöpfer, Restauratorin am Museum, werden Temperatur und Luftfeuchtigkeit ständig kontrolliert, alles sei sauber geordnet und beschriftet. Sie könne daher die Vorwürfe nicht verstehen, die vor kurzem erhoben wurden.

Das Depot sei die "reinste Rumpelkammer", Gegenstände, vor allem archäologische Funde würden "regelrecht vergammeln" und vermodern, zitiert die Zeitung anonyme Fachleute. Vorwürfe, die sich vor allem gegen Anette Klöpfers Arbeit richteten.

Ruf des Museums steht auf dem Spiel

Nach Aussage des Museumsdirektors Franz Niehoff stehe der Ruf der Museen auf dem Spiel. Dabei sei gerade ein guter Ruf wichtig, da man bei Ausstellungen auf Dauerleihgaben und Schenkungen angewiesen sei. Noch härter treffe ihn der Vorwurf, im Museumsmagazin würden Gegenstände verschwinden. Als Beispiele werden im Artikel zwei Kelche, eine Taschenuhr und mehrere Funde aus der Eisenzeit aufgeführt.

Museumsdirektor über Verbleib der einzelnen Gegenstände

Dazu erklärt er dem BR: Die Taschenuhr sei schon vor seiner Amtszeit aus der Dauerausstellung verschwunden. Und die in der Landshuter Residenz gefundenen Kelche seien nie im Besitz der Museen gewesen. Nur die Eisenzeitfunde seien tatsächlich nicht mehr im Depot zu finden, sagt Niehoff. Sie befinden sich nämlich an einer viel prominenteren Stelle: in der Archäologischen Ausstellung in der Stadtresidenz. Dort könne man die Gegenstände sehen.

"Vorwürfe völlig unangebracht"

Er halte die Vorwürfe gegen ihn und seine Mitarbeiterin für völlig unangebracht. Als die beiden vor gut 20 Jahren in Landshut ihre Arbeit aufgenommen haben, hätte der Vorwurf "Rumpelkammer" tatsächlich noch gepasst, sagt Niehoff und zeigt Fotos aus dem Jahr 1997. Teilweise sind es unappetitliche Bilder: Von Mäusen angefressene Sitzmöbel, verschimmelnde Exponate. Sorglos aufgestapelte Antiquitäten, die eher an einen Müllberg erinnerten.

Hunderte Kisten müssen noch abgearbeitet werden

Dieses Chaos mit tausenden Exponaten einigermaßen zu ordnen, habe Jahre gedauert, sagt der Museumsdirektor. Die Arbeit sei auch noch nicht ganz abgeschlossen. Noch immer lagerten tausende Archäologische Funde aus dem Altbestand in Hunderten Kisten in einem Depot des Landshuter Bauhofes, die noch abgearbeitet werden müssten. Heute sei der Vorwurf "Rumpelkammer" jedoch nicht mehr zutreffend.