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Münchner Zebrastreifen: Schilderwald sorgt für Verwunderung | BR24

© BR/Matthias Lauer

24 Schilder an einer Münchner Kreuzung sorgen für Verwunderung

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Münchner Zebrastreifen: Schilderwald sorgt für Verwunderung

Aufregung und Kopfschütteln in sozialen Medien: Anlass ist ein Foto, das eine üppig beschilderte Straßenkreuzung in München-Schwabing zeigt. Ganze 24 Schilder kündigen dort an, dass Zebrastreifen kommen. Ist das übertrieben oder notwendig?

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Was für ein Aufreger in den sozialen Medien: Mitten im Münchner Stadtteil Schwabing – dort, wo die Tengstraße auf die Georgenstraße trifft – gibt es eine Kreuzung, bei der viele nur mit den Schultern zucken. Denn hier stehen 24 Fußgängerüberweg-Schilder.

Kein Münchner Schildbürgerstreich

Bei der Beschilderung der Kreuzung habe aber alles seine Ordnung, versichert Johannes Mayer vom Münchner Kreisverwaltungsreferat. "Ein Zebrastreifen muss klar gekennzeichnet werden", so Mayer. Die Stadt habe nur Bundesrecht umgesetzt. "Danach muss ein Zebrastreifen in beiden Fahrtrichtungen beschildert werden." Außerdem müssten sowohl die Hinweisschilder als auch der Fußgängerüberweg ausreichend beleuchtet werden.

Ampeln weg – Zebrastreifen her

In München, aber auch in vielen anderen Städten, werden viele Fußgängerampeln abgebaut und stattdessen Zebrastreifen angelegt. Dafür gebe es unterschiedliche Gründe, so Alexander Kreipl, der verkehrspolitische Sprecher des ADAC Südbayern. "Vor allem in den Abendstunden, wenn kaum Autos und Fußgänger unterwegs sind, wird durch Zebrastreifen der Verkehrsfluss verbessert."

Zudem müssten die Städte für die Installation und den laufenden Betrieb von Ampeln wesentlich mehr Geld ausgeben als für die Anlage und den Erhalt von Zebrastreifen, so der ADAC-Experte. Die Streifen auf der Straße sparen also Steuergeld. "Allerdings ereignen sich an Zebrastreifen mehr Unfälle als an Fußgängerübergängen, die mit Ampeln ausgestattet sind", erklärt Kreipl.

Verkehrsregeln am Zebrastreifen

Fußgänger sind angehalten am Zebrastreifen zu warten, bis Radfahrer und Autofahrer sie gesehen haben und stehen bleiben. Erst dann sollte der Fußgängerüberweg genutzt werden. Wenn es einen Zebrastreifen gibt, müssen Fußgänger ihn auch zur Überquerung der Straße benutzen.

Radfahrer haben am Zebrastreifen keinen Vorrang. Dafür müssten sie erst absteigen. Fahren Radfahrer auf der Straße, müssen sie Fußgängern auf dem Zebrastreifen Vorrang geben.

Autofahrer sollten langsam an den Zebrastreifen heranfahren und anhalten, wenn sie erkennen, dass Fußgänger die Straße überqueren wollen. Überholen ist am Zebrastreifen verboten. Wenn sich der Verkehr staut, muss der Zebrastreifen freigehalten werden. Fünf Meter vor dem Zebrastreifen darf man weder parken noch halten.