© dpa/ Andreas Gebert

Münchner Weihbischof Engelbert Siebler

Der ehemalige Weihbischof des Erzbistums München-Freising Engelbert Siebler ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 81 Jahren, wie das Erzbistum am Freitag mitteilte.

"Nah bei den Menschen"

Der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx würdigt Siebler als "unermüdlichen Seelsorger". Er habe sich in seinen 26 Jahren als Weihbischof große Verdienste um die Erzdiözese erworben.

Siebler hatte sich vor allem als Firmspender einen Ruf als volksnaher Geistlicher erworben. 68.192 Jugendliche im Erzbistum wurden von Siebler gefirmt. Die Predigten in diesen Gottesdiensten hielt er frei und wandte sich direkt an die Jugendlichen.

Regelmäßig feierte er den Heiligen Abend mit Obdachlosen im Münchner Hofbräuhaus. Siebler habe sich in besonderem Maße für "die Armen und Schwachen am Rand der Wohlstandsgesellschaft eingesetzt“, so Kardinal Marx.

Von den Katholiken im Erzbistum wurde Siebler besonders wegen seiner Dialogbereitschaft mit Ehrenamtlichen und Laien geschätzt.

Vielfältiges Engagement für das Glaubensleben

Siebler war gebürtiger Münchner. Nach dem Studium der Theologie wurde er 1963 zum Priester geweiht und arbeitete zunächst als Pfarrer am Erzbischöflichen Studienseminar St. Michael in Traunstein. 1985 kam er als Schulreferent ins Münchner Ordinariat.

1986 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof ernannt. Am 31. Juli 2012 nahm Papst Benedikt XVI. das altersbedingte Rücktrittsgesuch Sieblers an.

Als Weihbischof prägte Siebler über 26 Jahre das öffentliche Glaubensleben in der bayerischen Landeshauptstadt, unter anderem durch die Wiederbelebung der Karfreitagsprozession als "Kreuzweg der Völker".