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Münchner Virologin: Aufschub schärferer Corona-Regeln vertretbar | BR24

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Virologin Ulrike Protzer hält Aufschub der Regeln für vertretbar.

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Münchner Virologin: Aufschub schärferer Corona-Regeln vertretbar

Dass sich Bund und Länder noch nicht über weitere Corona-Regeln verständigt haben, kann die Münchner Virologin Protzer nachvollziehen. Man könne noch ein paar Tage abwarten, sagte sie dem Bayerischen Rundfunk. Sie stellt aber auch Bedingungen.

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Die Neuinfektionszahlen stagnieren. Die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel haben sich am Montag in einer fünfstündigen Videokonferenz noch nicht auf neue Regeln im Kampf gegen das Coronavirus verständigt. Eine Entscheidung wurde auf kommende Woche vertagt.

Virologin: Alle müssen sich an Corona-Regeln halten

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer zeigt Verständnis für den Aufschub. Man könne noch ein "paar Tage" abwarten, bis über weitere Beschränkungen des Lebens entschieden werde, sagte sie dem Bayerischen Rundfunk im "Thema des Tages" auf B5 aktuell. Allerdings müssten sich alle an die geltenden Maßnahmen halten. Von selber gingen die Zahlen nicht zurück, sagte die Virologin. Wenn sich alle an die Einschränkungen hielten, gebe es aber eine "gute Chance" dass die Zahl der Neuinfektionen runtergehe, erklärte die Direktorin des Instituts für Virologie an der Technischen Universität München und am Helmholtz Zentrum München.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist bislang skeptisch, ob der Teil-Lockdown bald endet. In der BR-Rundschau ließ er nach dem Gipfel mit der Kanzlerin durchblicken, dass er wenig Hoffnung hat, dass Ende November alles wieder gut wird. Dass die aktuellen Infektionszahlen stagnierten, das reiche nicht aus.

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Halbzeit - Heute ist Deutschland in die zweite Hälfte des Lockdown Light gestartet. Der Bayerische Ministerpräsident im Gespräch.

Freie Wähler fordern baldige Entscheidung

Derweil drängen die Freien Wähler als Koalitionspartner der CSU im Landtag auf eine baldige Entscheidung der Länder und des Bundes. Denn es geht auch um die Frage, wie und ob die Weihnachtsgeschäfte ins Laufen kommen.

Forian Streibl, Vorsitzender der Landtagsfraktion der Freien Wähler, hätte sich nach dem Gipfel vom Montag konsequentere Beschlüsse gewünscht. Das Virus lasse nicht mit sich verhandeln. Streibl appellierte an die Verantwortlichen, sich rasch auf eine einheitliche Linie zu verständigen, die die Menschen sicher durch den Winter tragen könne.

Regensburger Infektiologe: Hoffentlich nächste Woche nicht zu spät

Ähnlich wie Streibl äußerte sich der Infektiologe Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg in einem Interview mit BR24.

"Ich glaube, es wäre richtiger gewesen, jetzt schon konsequent zu handeln", sagte Salzberger. "Ich hoffe, nächste Woche ist es nicht zu spät." Der "Lockdown light" habe bislang "leider nur den Fuß vom Gas" genommen, eine "echte Bremse" sei das nicht.

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Der Regensburger Infektiologe Bernd Salzberger hat im Interview mit BR24 für härtere Corona-Maßnahmen geworben. Kontaktbeschränkungen seien dabei das Wichtigste.

Protzer empfiehlt: Gut über Weihnachtsfeier nachdenken

Die Virologin Protzer hält ein Weihnachtsfest mit Familie und Freunden grundsätzlich für möglich. Allerdings müsse man sich "gut überlegen, wie hoch das Risiko für diejenigen ist, die an der Feier teilnehmen". Das Fest von einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Neu-Infizierten pro 100.000 Einwohner abhängig zu machen, sieht Protzer kritisch.

Dieser Wert erlaube zwar die Nachverfolgung der Kontakte durch die Gesundheitsämter, aber er bedeute nicht, dass keiner mehr infiziert sei und niemanden mehr anstecken könne.

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