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Münchner Virologen rechnen mit längerem Kampf gegen Corona | BR24

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Im Kampf gegen das Coronavirus hat die Direktorin des Instituts für Virologie an der TU München, Ulrike Protzer, die Vorteile einer App betont.

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Münchner Virologen rechnen mit längerem Kampf gegen Corona

Bis die Corona-Pandemie überwunden sein wird, braucht es Münchner Virologen zufolge noch einen langen Atem. Ulrike Protzer und Oliver T. Keppler machten in einem BR extra deutlich, dass sie auch eine zweite Welle im Herbst für möglich halten.

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Von
  • Antje Dörfner

Der Kampf gegen das Coronavirus wird nach Einschätzung von Experten so bald noch nicht zu Ende sein. Bis es Medikamente oder eine Impfung gebe, werde es noch einige Zeit dauern, machten die Münchner Virologen Ulrike Protzer und Oliver T. Keppler in einem BR extra im BR Fernsehen deutlich.

Protzer ist Direktorin des Instituts für Virologie an der Technischen Universität München und arbeitet am Helmholtz Zentrum der Landeshauptstadt. Keppler ist Vorstand des Lehrstuhls Virologie am Max von Pettenkofer-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität.

Protzer und Keppler sehen mögliche App positiv

Beide Virologen befürworteten die Einführung einer App, die Begegnungen von Menschen über Bluetooth aufnimmt und die Möglichkeit bietet, sollte jemand positiv auf das Coronavirus getestet werden, rasch mögliche Infektionsherde einzugrenzen. Das gehe schneller, als Kontaktpersonen anzurufen, wie es derzeit praktiziert werde, so Protzer.

Wie gut eine App funktioniere, sehe man etwa in Südkorea und Singapur, erklärte Virologe Keppler. Er warnte in diesem Zusammenhang auch vor entsprechenden Schnelltests, die noch nicht in der Lage wären, definitiv zu belegen, dass jemand immun sei.

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In der Fernsehsendung BR extra zur Corona-Lage hat Oliver T. Keppler, der Vorstand des Lehrstuhls Virologie am Max von Pettenkofer-Institut der LMU München, vor Schnelltests gewarnt.

Virologen: Urlaub lieber in nahen Regionen verbringen

Nun gehe es darum, zu lernen, mit dem Virus zu leben, betonten beide Experten. Lockerungen müssten Schritt für Schritt vorgenommen werden, um die Folgen im Auge zu behalten. Für die Bevölkerung seien Abstandhalten und Hygiene nach wie vor wichtige Maßnahmen. Ebenso die Verwendung des Mund-Nasen-Schutzes, der in Bayern seit heute im ÖPNV und beim Einkaufen Pflicht ist.

Beide Virologen sehen die Gefahr einer zweiten Welle im Herbst. Insbesondere, wenn die Hygieneregeln vergessen werden, warnte Protzer. Ihr Kollege Keppler wies darauf hin, dass das Virus sich auch saisonal unterschiedlich verhalten könne, also sich im Sommer schwächer und im Herbst und Winter stärker verbreiten könne.

Auch der Sommerurlaub lasse sich noch nicht planen. Protzer brachte Urlaubsregionen wie den Bayerischen Wald und das Voralpenland ins Gespräch. Auf alle Fälle sollte man nur dorthin fahren, wo es ein gutes Gesundheitssystem gebe, bei dem nicht die Gefahr bestehe, es zu überlasten.

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